2022 – Gartentipp 51 – Gemüse zum Fest

2022 – Gartentipp 51 – Gemüse zum Fest

Die Weihnachtszeit ist die Zeit des Schlemmens. Mit verschiedenem Gemüse wird das Festmahl bunter und gesünder. Lagergemüse und Wintersalate bereichern das Menü. Zudem kommt es meist aus der Region und manchmal auch aus dem eigenen Garten, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Das Angebot an Wintergemüsen ist nun sehr groß. Für jeden Geschmack lassen sich Köstlichkeiten bereiten.

Knolliges Gemüse

Kartoffeln, Süßkartoffeln, Sellerie, Möhre, Pastinake, Rote Bete haben alle gemeinsam, dass sie mehr oder weniger unter der Erde wachsen und sich gut über die kalte Jahreszeit lagern lassen. Süßkartoffeln vertragen keinen Frost. Auch die Lagertemperatur darf nicht zu kalt sein, sondern relativ warm bei 15 Grad (und etwas mehr). Die Kartoffel benötigt es kühler. Vier bis maximal zehn Grad sind hier optimal. Ist es zu warm, keimen die Knollen schnell. Sinken die Temperaturen jedoch zu stark (kälter als ein Grad), dann wandelt sich die Stärke in der Kartoffel zu Zucker um und die Kartoffeln schmecken unangenehm süß. Eine kalte Lagerung (um Null) vertragen die anderen Knollengemüse. Für sie eignen sich in den Wintermonaten auch der Balkon oder die Garage gut als Lagerplatz.

Frisch vom Beet

Einige Gemüsearten vertragen leichte Fröste recht gut und verbleiben deshalb möglichst lange auf dem Beet. Ein Vlies, gegebenenfalls auch mehrlagig, schützt vor zu tiefen Temperaturen. Eine Schneedecke isoliert außerdem. Lauch, Feldsalat, Radicchio, Zuckerhut, Rosenkohl, Grünkohl ernten Sie an besten erst nach Bedarf. Die äußeren Blätter von Radicchio und Zuckerhut sehen manchmal nicht mehr schön aus. Doch im Inneren erscheinen zarte Salatblätter. Sie lassen sich gut mit Feldsalat mischen. Mit Rosinen, Orangen und Mandelsplittern wird es festlich.

Weitere winterliche Leckereien

Beliebt in der kalten Jahreszeit ist die wärmende Kürbissuppe. Hokkaido, Butternut und Muskatkürbisse eignen sich besonders. Gerne werden Ingwer und Chili verwendet, um den Körper anzuregen. Doch auch etwas Zimt oder Kakao würzt die Suppe weihnachtlich.

Nicht immer gleich sichtbar an der Gemüsetheke: der Chicorée. Er braucht es dunkel, um seine helle Farbe zu behalten und nicht zu vergrünen. Deshalb lagert er oft in Körben mit Deckel. Heute sind die Chicoree-Spitzen durch Züchtung kaum noch bitter. Sie lassen sich dünsten und überbacken, aber auch roh als Salat verwenden; meist mit einer süße Komponente wie Orange, Apfel oder Birne.

Die vielen Kohl-Arten dürfen nicht vergessen werden: ganz klassisch das Rot- oder Blaukraut zum Braten bzw. Sauerkraut zur Bratwurst, zudem Wirsing, Rosen-, Grün- und Chinakohl oder zarter Spitzkohl. Die Kohlfamilie ist groß, schmackhaft und vielfältig.

Was gibt es bei Ihnen zum Fest? Kürbissuppe, Wirsinggemüse, Süßkartoffelpommes, Kartoffel-Sellerie-Stampf, glasierte Möhren, Pastinaken-Möhren-Quiche, winterliches Ofengemüse, Rote-Bete-Carpaccio und Feldsalat? Nutzen Sie die Inspiration aus den verschiedenen Medien und probieren Sie neue Zubereitungsarten und Rezepte aus. Egal was es ist: Hauptsache bunt und gesund. So wird es ein wahrer Festschmaus!

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

Transparent aus Croncels

Transparent aus Croncels

 

Der Sonderhof dürfte so ziemlich die geografische Mitte des Landkreises bilden. Dort und besonders bei Heroldingen findet man überdurchschnittliche Bestände eines im Volksmund genannten „Zitronenapfels“. An dieser Stelle soll transparent gemacht werden, was den „Transparent aus Croncels“ aus dem Jahr 1869 weiterempfiehlt. Warum sollte der Apfel, von einer Baumschule Baltet aus Croncels bei Troyes (Frankreich) stammend, in seinem Bestand mittels Nachpflanzung gesichert werden?
Reif im September geerntet verfügt die Frucht mit ca. 26 mg/100 g immerhin über die Hälfte des Vitamin-C-Gehalts einer Orange und ist damit führend unter den allermeisten Apfelsorten. Findige Bäckereien suchen den Apfel, der besonders in der Landkreismitte noch auf sehr alten Bäumen gedeiht, fürs Kuchenbacken. „Glas- oder Eisapfel“ heißt er auch. Für den Autor gehört der erste Biss in den Apfel, dessen Geschmack etwa an Zitroneneis erinnert, zu einem Höhepunkt des Erntejahres. Denn er ist einer seiner absoluten Lieblingsäpfel. Geschmacklicher Hochgenuss als Tafel- und Wirtschaftsfrucht wird heute wegen der Druckempfindlichkeit und kurzen Haltbarkeit im Handel grundsätzlich nicht mehr wertgeschätzt. Aromatischer Frischverzehr empfiehlt den Baum sogar für Privatgärten. Weil der Transparent aus Croncels, von dem vermutet wird, dass er aus einem Antonowka-Sämling hervorgegangen ist, zu Vorerntefruchtfall neigt, ist darauf zu achten, ihn nicht zu früh zu ernten. Grüne Früchte reifen bei dieser Sorte nämlich nicht nach.
Bereits Sekunden nach Anschnitt färbt sich das reife Fruchtfleisch braun, weil der Transparent u.v.a nur so mit sekundären Pflanzenstoffen strotzt.
Der Baum wächst zumindest mittelstark, verzweigt sich und bildet reichlich Fruchtholz, weshalb regelmäßiger Ertrag selbst an langen, ein- bis zweijährigen Trieben sichergestellt ist. Sorgsamer Aufbau- und Überwachungsschnitt macht sich hier bezahlt.
Beim Autor gehört hinsichtlich der Nachfrage nach Edelreisern seitens Interessierter der Transparent aus Croncels zur beliebtesten Sorte.

Steckbrief:
Baum: anfangs starker, dann mittelstarker, kugeliger Wuchs, bevorzugt trockene und mildere Lagen
Blüte: früh, guter Pollenspender
Schale: grünlich weiß, später weißgelb, manchmal schwach orangerot angehaucht
Frucht: mittelgroß bis groß, Fruchtfleisch gelblich-weiß bis cremefarben, sehr aromatischer, mildsäuerlich schmeckender Tafel- und Wirtschaftsapfel
Pflückreife: ab Ende August
Genussreife: September
Haltbarkeit: bis Oktober

Ralf Hermann Melber, 13. Dezember 2022

Rote Sternrenette

Rote Sternrenette

Im Heroldinger Ried unweit des Spielplatzes, aber auch auf einer Ausgleichsfläche in Spielberg bei Mauren, stehen Apfelbäume der Sorte „Rote Sternrenette“. Ihren Namen hat die Sorte sicher aus diesem Grund: Wenn die Frucht sonnenbeschienen knallrot wird, fallen ihre hellen Punkte derart auf, dass man als Hobbyastronom keine Probleme hat, den Namen als ideal anzusehen.
Von dem Altbaum in Heroldingen mit seiner auffallend hohen Mittelachse fallen alljährlich die Sternrenetten wie Sternschnuppen sanft ins hohe Gras, sofern sie nicht direkt vom Baum geerntet werden.
Erstmals wird die Sorte wohl 1830 beschrieben. Man nimmt eine Herkunft aus der Umgebung von Maastricht an – wir bringen den Ortsnamen unmittelbar mit dem Euro in Verbindung. Manch alter Apfelbaum hat schon einige Währungen seit der Reichsmark überlebt. Schon vor 1869 war die Rote Sternrenette offenbar um Antwerpen, Limburg und Lüttich längst verbreitet. Der mittelgroße Tafel- und Wirtschaftsapfel hat hohen Ziereffekt, dekoriert winterlichen Schmuck gerade um die Weihnachtszeit, doch ist die Frucht bis dahin mehlig.
Durch die charakteristischen Lentizellen „atmet“ der Apfel, d.h. hier wird Gas zwischen der Umgebungsluft und dem Apfelgewebe ausgetauscht. Durch diese Schalenpunkte verbreitet sich auch das Ethylen, weshalb andere Früchte daneben – wie z.B. Bananen – schneller reifen. Will man späte Apfelsorten länger haltbar machen, sollten die früheren in einem separaten Raum gelagert werden.
Die Blüte der Sternrenette ist spät und lange, dabei kaum empfindlich. Wäre der Ertrag noch höher, könnte man von einem idealen Baum für die Tatsache sprechen, dass die Spätfröste zwar pünktlich eintreffen, die Blüte aber immer früher zum Vorschein kommt. Wie zu beobachten ist, macht dieser Sachverhalt den Obstliebhabern immer mehr zu schaffen, weshalb es gut ist, auf einen entsprechenden Sortenmix zu achten. Der forstharte Baum ist auch sonst wenig anfällig gegen Schorf, Mehltau und Obstbaumkrebs, liebt tiefgründige, feuchte Böden, kommt aber auch in ungünstigen Lagen aus. Der Baum aus Richtung Maastricht setzt somit Maßstäbe für die Stabilität des Euro.

Steckbrief:
Baum: starkwüchsig, breit, steil nach oben strebend, später ausladend, landschaftsprägend
Blüte: spät, lang anhaltend, wenig empfindlich
Schale: Grundfarbe gelbgrün bis gelb, Deckfarbe oft komplett rot bis scharlachrot, fühlbare Lentizellen
Frucht: mittelfest, zartrosa geadert, süßsauer, leicht aromatisch, mäßig saftig, Fallobst eher unempfindlich
Pflückreife: Ende September
Genussreife: Oktober
Haltbarkeit: Mitte Januar
Pflückreife: ab Ende August
Genussreife: September
Haltbarkeit: bis Oktober

Ralf Hermann Melber, 13. Dezember 2022

2022 – Gartentipp 50 – Keine Holzasche für den Garten

2022 – Gartentipp 50 – Keine Holzasche für den Garten

Wenn es draußen dunkel und ungemütlich nass-kalt ist, genießen wir die Wärme in der Wohnung. Aufgrund steigender Preise für Heizöl, Gas und auch Strom wird wieder vermehrt auf das Heizen mit Holz gesetzt. Dabei fällt Asche an, doch wohin? Die Experten der Bayerischen Gartenakademie erklären, warum sie von dem Ausbringen im Garten abraten.

Immer wieder wird das Streuen von Holzasche im Garten empfohlen. Doch unproblematisch ist das nicht, auch wenn sie von naturbelassenem Holz stammt.

Eigenschaften von Holzasche

Befürworter schätzen die Nährstoffe, die in der Asche enthalten sind, wie Calcium, Magnesium, Phosphor und vor allem viel Kalium. Der sehr hohe pH-Wert (11 bis 13) kann versauerte Böden neutralisieren. Außerdem bleibt alles im Naturkreislauf. Doch so einfach ist es nicht: Die Nährstoffe kommen teils in sehr hohen Mengen vor (z.B. Kalium) und daher besteht die Gefahr einer Überdosierung.

Asche enthält neben wertvollen Nährstoffen auch eine Menge Schadstoffe wie Arsen, Cadmium, Blei, Zink, Quecksilber, Chrom und Kupfer, auch in der Asche unbehandelter Bäume. Über viele Jahre hinweg haben die Bäume mehr oder weniger diese Stoffe aus der Luft und dem Boden aufgenommen, abhängig vom Standort. Bei der Verbrennung werden die anorganischen Teile der Stoffe nicht zerstört und man findet sie konzentriert in der Asche. Auch entstehen durch den Verbrennungsprozess neue Schadstoffe wie Chromate, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Dioxine. Man kennt also die Schadstoffgehalte der eigenen Asche nicht.

Was rät die Bayerischen Gartenakademie?

Es gibt keine Empfehlung für Holzasche, auch nicht von naturbelassenem Holz aus dem Garten oder Wald. Kaum jemand kennt die enthaltenen Schadstoffe und die Vorbelastung des Gartenbodens. Holzasche kann Schwermetalle und andere Schadstoffe in hohen Konzentrationen enthalten. Diese gelangen unweigerlich in den Boden, sodass man die unerwünschten Substanzen auch in Obst, Gemüse und anderen Pflanzen finden wird. Holzasche besitzt einen sehr hohen pH-Wert, meist zwischen 11 und 13. Böden, die schon einen pH-Wert von sieben und höher aufweisen, würden nur noch alkalischer werden. Dies fördert wiederum Mangelerscheinungen, da wichtige Spurennährstoffe, wie Eisen, im Boden festgehalten und von den Pflanzen nicht aufgenommen werden können. Die feinen Bestandteile des Aschestaubs gefährden durch das Einatmen den Anwender. Zudem waschen sie sich bei Regenfällen schnell aus und gelangen dann ins Grundwasser.

Die private Verwertung von Holzaschen unterliegt dem Bundes-Bodenschutzgesetz. Das besagt, dass keine schädlichen Bodenveränderungen erfolgen dürfen. Die Schadstoffe in der Asche werden zur Gefahr durch den Verzehr von Pflanzen und Früchten, an denen oberirdisch Aschepartikel haften oder die Schadstoffe aus dem Boden aufgenommen haben.

Verteilen Sie deshalb keine Holzasche im Garten oder auf dem Kompost, auch nicht in kleinen Mengen! Entsorgen Sie Ihre erkaltete Holzasche über die Restmülltonne! Dazu lagern Sie die Asche erst in einem Blecheimer oder in einem anderen geeigneten nicht brennbaren Gefäß und auf einer nicht brennbaren Unterlage. Nach etwa 48 Stunden oder mehr ist die Asche ausreichend kalt und kann endgültig über die Restmülltonne entsorgt werden.

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

2022 – Gartentipp 49 – Der Boden – unser wichtigstes Gut

2022 – Gartentipp 49 – Der Boden – unser wichtigstes Gut

Wir freuen uns über blühende Gärten und reiche Obst- und Gemüseernten. Die Grundlage dafür bildet der Boden, auf dem alles wächst. Der Weltbodentag, jährlich am 5. Dezember, rückt diese wertvolle Ressource in den Mittelpunkt. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie wissen, dass Bodenpflege für eine fruchtbaren Boden wichtig ist.

Wenn es im Garten üppig grünt, blüht und fruchtet, gerät der Boden als Grundlage allen Pflanzenwachstums und damit des menschlichen Lebens oft aus dem Blick. Im Herbst und Winter rückt er sichtbar in den Vordergrund.

Der Tag des Bodens – Weltbodentag

Die Internationale Bodenkundliche Union ernannte 2002 den 5. Dezember zum Weltbodentag. Der Tag des Bodens findet jährlich statt. Dieser Aktionstag möchte die Bedeutsamkeit des Bodens, als wichtige natürliche Ressource fördern. An diesem Tag wird in Deutschland auch der „Boden des Jahres“ durch das „Kuratorium Boden des Jahres“ veröffentlicht: z.B. 2022 ist es der Tonboden (Pelosol), 2021 waren es der Lössboden, 2020 der Wattboden und 2017 der Gartenboden.

Der Boden-Schatz

Der Boden ist sehr komplex, auch wenn er nur ein dünner Teil der äußersten Erdkruste ist. Gewachsener Boden ist kein totes Material. Er ist ein lebendiges System mit vielen verschiedenen Eigenschaften, die sich gegenseitig beeinflussen. Ständig geschehen biologische, physikalische und chemische Prozesse. Ausgangsgestein, Witterung und Bodenlebewesen haben auf den Boden ebenso Einfluss wie abgestorbene Pflanzenteile, die den Humus bilden.

Nicht immer wird unser Boden pfleglich behandelt und manchmal zeigen Wachstumsstockungen Bodenprobleme auf. Dann ist eine langwierige Bodenbearbeitung und –pflege nötig, um wieder einen gesunden Bodenaufbau zu erhalten. Gut strukturierte, belebte Böden filtern und speichern Wasser und Nährstoffe, sie bieten den Pflanzenwurzeln Räume zum Durchwurzeln. Sie besitzen ein reiches Bodenleben, das den Boden fruchtbar macht und erhält.

Unser Gartenboden

Der Gartenboden entstand durch das gärtnerische Arbeiten der Menschen über einen langen Zeitraum. Der oft höhere Humusgehalt und eine reiche Durchsetzung mit Bodenlebewesen sind grundlegend für die Bodenfruchtbarkeit. Zur Pflege eines Gartenbodens und damit zum erfolgreichen Gärtnern gehören Bodenbearbeitung, aber auch (organische) Düngung, Gießen, Mulchen und Bepflanzung zum richtigen Zeitpunkt und im angemessenen Ausmaß. All dies fördert nicht nur das Pflanzenwachstum, sondern auch das Bodenleben und somit die Ertragskraft insgesamt. Das Ziel des Freizeitgärtners sollte es sein, den Boden als wertvolle Ressource zu schützen und zu erhalten.

 

Das Bodenleben

Der Boden ist voller Leben. Es reicht von gut sichtbaren Regenwürmern über kleine Springschwänze (Collembolen) zu verschiedenen Mikroorganismen und auch Bakterien und Pilzen. Sie alle sind wichtig für einen fruchtbaren Boden. Als Beispiel Regenwürmer: Durch ihre Grabtätigkeit verändern sie aktiv das Bodengefüge. Sie fressen organisches und mineralisches Material, was als wertvoller und stabiler Ton-Humus-Komplex ausgeschieden wird und auch bei stärkeren Regenfällen noch stabil bleibt. Manche Regenwurmarten ziehen organisches Material wie Laubblätter, Erntereste oder Stroh in tiefere Bodenschichten ein, wo es sich schneller abbaut und Nährstoffe für die Pflanzen liefert. Durch das von Regenwürmern gebildete weitreichende Röhrensystem, wird der Boden durchlüftet und die Sauerstoffversorgung der Pflanzenwurzeln verbessert. Regenwasser versickert bis in tiefere Schichten und verhindert Bodenabschwemmung und Verschlämmung. Vor allem schwere Böden profitieren von den Regenwürmern. Regenwürmer sind fast das ganze Jahr im Boden aktiv. Optimal sind Bodentemperaturen zwischen 10 und 15 Grad, wie wir sie im Frühjahr und Herbst vorfinden. In dieser Zeit vermehren sich die zwittrigen Tiere durch Eikokons. Wird es im Sommer zu heiß und trocken, verharren die Würmer zusammengerollt tief in der Erde. Auch im Winter gehen sie in eine Ruhephase, wenn die Bodentemperaturen sinken. Falls Sie den Gartenboden umgraben, tun Sie dies erst ganz spät im Jahr, um die Tiere zu schonen.

Das Falllaub im Garten

Fallen Blätter von Bäumen und Sträuchern, so können sie meist auch dort verbleiben. Sie bedecken den Boden und schützen ihn vor starker Kälte. Als dickere Schicht unterdrücken sie aufkeimende Unkräuter. Ein Zuviel an Blättern können Sie in dünnen Lagen zwischen den Pflanzen der Staudenbeete oder auf dem abgeräumten Gemüsegarten verteilen. Neben dem Winterschutz für Pflanzen sind Laubblätter auch Nahrung für Bodenlebewesen und Mikroorganismen. Diese zersetzen die Laubmasse und geben Nährstoffe frei, die von den Pflanzen in der nächsten Gartensaison genutzt werden.

Die Bodenprobe

Die richtige Ernährung der Pflanzen sorgt für gutes Wachstum und Pflanzengesundheit. Eine Bodenprobe in der kalten Jahreszeit, wenn die Beete leergeräumt sind, gibt Aufschluss, welche Nährstoffe im Boden vorhanden sind oder im nächsten Vegetationsjahr zugeführt werden sollen. Eine Bodenuntersuchung muss nicht jedes Jahr durchgeführt werden, da sich die Nährstoffgehalte wenig verändern. Im Gemüsegarten jedoch, wo einige nährstoffbedürftige Pflanzen stehen und zusätzlich gedüngt wird, ist eine Probenahme etwa alle fünf bis sieben Jahre zu empfehlen. Empfehlenswert ist die Bodenanalyse auch bei einer Neuanlage des Gartens. Die Bodenprobe ist ein wichtiger Check, um den eigenen Gartenboden kennenzulernen, damit bodenschonend und fachgerecht gehandelt werden kann.

Die Standard-Bodenuntersuchung gibt Aufschluss über Bodenart, Phosphat- und Kalium-Werte sowie den pH-Wert (Säuregehalt des Bodens). Oft lässt man Magnesium-Wert und Humusgehalt zusätzlich untersuchen. Der Humusgehalt zeigt an, wieviel organische Substanz sich im Boden befindet. Bei intensiver Nutzung baut sich Humus ab und setzt Nährstoffe frei, die den Pflanzen als Dünger dienen. In der Regel wird der Stickstoffgehalt im Boden nicht mit analysiert, da er sehr veränderlich ist.

Hier finden Sie alles Wichtige zur Düngung:

https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/duengungsbrosch%C3%BCre_bericht_2.pdf

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

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