Winterschnitt bei Obstbäumen

Winterschnitt bei Obstbäumen

Der Winter ist für viele Freizeitgärtner eine ruhige Jahreszeit. Es fallen kaum Arbeiten an, die dringend erledigt werden müssen. So bleibt Zeit, sich um den Schnitt der Obstbäume zu kümmern. Ein Winterschnitt wird jedoch nur beim Kernobst, d. h. Apfel, Birne und Quitte, durchgeführt. Für Steinobst, also Zwetschge, Süß- und Sauerkirsche, ist der Sommer nach der Ernte günstiger. Sehr späte Zwetschgensorten bilden die Ausnahme. Sie werden auch im Winter geschnitten.

Interessante Anleitungen zum Obstbaumschnitt finden Sie in den Videos vom Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL):

Obstbäume schneiden – Teil 1: Grundlagen
Obstbäume schneiden – Teil 2: Pflanzung und Pflanzschnitt
Obstbäume schneiden – Teil 3: Erziehungsschnitt
Obstbäume schneiden – Teil 4: Erhaltungs- und Verjüngungsschnitt
Obstbäume schneiden – Teil 5: Sommerschnitt

Sinn und Zweck des Schnittes bei einer Rundkrone

Je nach Alter des Baumes verfolgt man unterschiedliche Ziele. In der Jugendphase, das ist etwa die Zeit von der Pflanzung bis zum Ertrag, muss für einen günstigen Grundaufbau der Baumkrone gesorgt werden. Die drei bis vier Leitäste müssen gleichmäßig um den Stamm verteilt sein und dürfen nicht zu steil anstehen, da sie sonst durch das Gewicht der Früchte ausbrechen könnten, wenn der Baum im Ertrag steht. Auch ein zu flacher Kronenaufbau ist ungünstig. Ideal ist ein Astab-gangswinkel von etwa 45°. Bei zu flacher, fast waagrechter Aststellung lässt das Triebwachstum später fast ganz nach. Ein lockerer Kronenaufbau, bei dem Blätter und Triebe nicht lange nass bleiben, beugt Pilzkrankheiten vor.

Sobald die Bäume im Ertrag stehen, muss ein Gleichgewicht zwischen Triebwachstum und Ertrag geschaffen werden. Der Triebneuzuwachs darf nicht überwiegen. Die Früchte müssen reichlich Licht bekommen, um optimal ausreifen zu können.

Mit zunehmendem Alter lassen Obstgehölze im Triebwachstum nach. Alte Bäume müssen verjüngt werden, d. h. sie benötigen einen starken Rückschnitt. Dies führt zu einer stärkeren Neutriebbildung und Vitalisierung der Pflanzen. Anschließend müssen noch Korrekturen im Sommer durchgeführt werden. Danach können alte Bäume wieder höhere Erträge mit verbesserter Fruchtqualität bringen.

Grundsätze

Im Allgemeinen gilt: Ein Rückschnitt im Herbst bewirkt einen stärkeren Neuaustrieb als das Schneiden im Spätwinter. Starker Neuaustrieb ist auch nach sehr weitgehenden Schnittmaßnahmen oder dem Rückschnitt aller Triebe zu erwarten. Häufig wachsen dann so viele Neutriebe, dass eine zu dichte, licht- und luftundurchlässige Baumkrone entsteht. Darum sollen starkwachsende Bäume nur einen schwachen Rückschnitt erhalten.

Die reichste Blüten- und Fruchtbildung erfolgt beim Apfel an zweijährigen Trieben. Ältere Triebe sind nur als Gerüst für den inneren Kronenaufbau nötig. An den Fruchtästen alter Bäume befindet sich viel sogenanntes Quirlholz (Fruchtspieße), das nur minderwertige Früchte gibt. Solche Fruchtäste leitet man auf jüngere, nach außen stehende Neutriebe ab.

Ständige Erneuerung von älterem Fruchtholz ist erstrebenswert!

Die Skizze zeigt einen vierjährigen Fruchtquirl, der durch den Fruchtbehang herabgebogen wurde. Daran wachsende Neutriebe gelangen in die Waagerechte, wodurch die Anlage von Blütenknospen gefördert wird. Wenn jeweils das alte Fruchtholz geschnitten wird, erreicht man eine „Rotation“ des Fruchtholzes.

Werkzeuge

Schnittmaßnahmen sind immer mit scharfen Werkzeugen durchzuführen. Ungeeignet sind Scheren, die nach dem Ambossprinzip arbeiten. Sie erzeugen Quetschwunden, die schlecht verheilen. Sägen mit einem feingezahnten Sägeblatt hinterlassen gewöhnlich keine ausgefransten Wundränder. Sind die Sägewunden trotzdem nicht glatt, so sollte mit einem scharfen Messer oder einer Hippe nachgebessert werden.

Wundpflege

Auf größeren Wunden darf kein Wasser stehen bleiben, es muss ablaufen können. „Stummelschnitte“ sind zu vermeiden. Sie stellen für Krankheitserreger geeignete Eintrittpforten dar. Diese Aststücke sterben ab und können nicht durch das Wundgewebe überwallt werden. Günstiger ist ein Schnitt auf Astring, d. h. der Schnitt wird direkt an der Ansatzstelle durchgeführt. Wunden, die mehr als 3 cm Durchmesser haben, können mit einem Wundverschlussmittel behandelt werden. Wichtig ist, die Wunde vor dem Verstellen der Leiter zu verstreichen.

Beobachtungen, wie sich Bäume entwickeln, an welchen Trieben und Zweigen Früchte gebildet werden, sind Voraussetzungen für den richtigen Schnitt.

Für interessierte Freizeitgärtner werden immer wieder Obstbaumschnittkurse angeboten. Der Besuch solcher Veranstaltungen und die eigenen, über Jahre gewonnenen Erfahrungen des Freizeitgärtners ergeben eine gute Grundlage für reiche Erträge und eine günstige Entwicklung der Bäume.

Weiterführende Literatur (Beispiele)

  • Riess, Hans-Walter: Obstbaumschnitt in Bildern, Obst- und Gartenbauverlag, München
  • Schmid, Heiner: Obstbaumschnitt, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart
  • Stangl, Martin: Freude und Erfolg im eigenen Obstgarten, BLV-Verlag, München
  • Buchter-Weisbrodt, Helga: Obst – Die besten Sorten für den Garten, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/262882/index.php

2021 – Gartentipp 05 – Wir warten auf das Frühjahr – Gartenarbeiten im Februar

2021 – Gartentipp 05 – Wir warten auf das Frühjahr – Gartenarbeiten im Februar

Noch mitten im Winter können wir den Frühling kaum erwarten. Gerade weil der Lockdown uns immer noch fest in Griff hat, wünschen wir uns Betätigung draußen im Garten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für die Gartenarbeiten im Februar.
Witterungsbedingt sollte klar sein, dass nicht alle Arbeiten zu jeder Zeit durchführbar sind. Und doch kann man sich auch bei widrigen Zeiten gut mit dem Garten beschäftigen.

Der Garten im Februar

Viburnum bodnantense

Chimonanthus praecox

Nicht überall ist es grau und trist. Gehen Sie mit offenen Augen durch den Garten. Erste Winter- und Vorfrühlingsblüher zeigen ihre Knospen und Blüten. Ganz unten in Bodennähe blühen Winterling, Schneeglöckchen und Vorfrühlings-Alpenveilchen. Und auch Duft liegt in der Luft: zitronenartig riechen die cremeweißen Blüten der Winter-Heckenkirsche Lonicera purpusii. Ebenfalls duftende Blüten besitzen die Chinesische Winterblüte Chimonanthus praecox, der Winterschneeball Viburnum x bodnantense ‘Dawn‘ und der Duftschneeball Viburnum farreri. Und das war noch nicht alles. Welche Blüten entdecken Sie in Ihrem Garten? Gehölze und Gräser zeigen in der laublosen Zeit ihre Wuchsstruktur. Bei Schnee kommt diese stärker zu Geltung.
Der versierte Gemüsegärtner erntet auch im Winter noch. So steht ganz hoch im Kurs der Feldsalat. Ihn können Sie nach Bedarf schneiden. Unter Vlies stehen oft noch Zuckerhut und Radiccio. Sind die unansehnlichen Blätter entfernt, hat man noch feste kleine Köpfe. Auch Lauch, Rosen- und Grünkohl bereichern den Speiseplan. Brauchen Sie Lagergemüse wie Möhren, Rote Bete und Kürbis auf.

Wenn es das Wetter zulässt……

Bei trockener Witterung und die Temperaturen nicht unter minus fünf Grad liegen können Sie mit dem Rückschnitt beginnen. Herbsthimbeeren schneiden sie bis zum Boden ab. Damit besteht keine Gefahr der Ansteckung durch die Himbeerrutenkrankheit. Schneiden Sie wenige Zentimeter über der Erde, treiben verbliebene Augen bald aus und blühen für die Ernte ab August bereits im Juli. Auch Kernobst- und Beerenobst, falls nicht gleich nach der Ernte geschehen, bekommen nun ihren Rückschnitt. Für eine reiche Traubenernte ist der jährliche Rebschnitt jetzt wichtig. Entfernen Sie immer auch Fruchtmumien an den Obstgehölzen. So reduzieren Sie den pilzlichen Infektionsdruck für die neue Saison.
Auch wenn der eigentliche Rosenschnitt erst im März oder April erfolgt, können Sie jetzt dicke vergreiste Triebe von Strauchrosen, die mit Moos oder Flechten bewachsen sind, komplett oder bis auf wenige Zentimeter entfernen. Schlafende Augen werden schon zum Austrieb angeregt. Starke Schnittmaßnahmen und „auf Stock setzen“ von Hecken und anderen starkwachsenden Gehölzen sollten aus Naturschutzgründen bis Ende Februar beendet sein.
Beginnen Sie langsam den Rückschnitt von Stauden und Gräsern, wenn milde Temperaturen angesagt sind. Lassen Sie jedoch Schnitt-Material in Reichweite liegen, das eventuell als Kälteschutz für die Neuaustriebe dienen kann.
Schützen Sie Immergrüne vor Wintersonne und kalten Winden mit Strohmatten oder ähnlichem. Gießen Sie bei Trockenheit und nicht gefrorenem Boden. Die grünen Blätter und Nadeln verdunsten auch in der kalten Jahreszeit Wasser.
Sobald der Boden abgetrocknet ist, können Umpflanzaktionen von Gehölzen und Stauden sowie Neupflanzungen erfolgen. Baumscheiben werden aufgehackt und von Bewuchs befreit. Moose und Flechten können von alten Baumstämmen abgebürstet werden. Nistkästen werden spätestens jetzt gereinigt bzw. zusammen mit Insektenhotels neu aufgehängt

Und was sonst noch?

Begutachten Sie Ihre Kübelpflanzen und achten Sie auf Schädlinge. Der Rückschnitt sowie das Umtopfen in neue Kübelpflanzenerde fördern zusammen mit einem helleren Standort ein kräftiges Austreiben.
Paprika und Chili sowie Aubergine und Artischocke haben eine lange Anzuchtdauer, weshalb die Aussaat an der Fensterbank schon im Februar beginnt. Tomaten sät man erst Mitte März, Zucchini, Kürbis und Gurken noch viel später.
Lust auf frisches Grün? Ganz schnell geht es mit der Aussaat von Kresse auf der Fensterbank. Nach einer Woche lassen sich die würzigen grünen Blättchen verwenden.
Nutzen Sie außerdem die ruhige Zeit, um in Zeitschriften, Saatgutkatalogen und Gartenbüchern zu schmökern, um sich Ideen für die neue Saison zu holen. Machen Sie den Aussaat- und Pflanzplan für den Gemüsegarten und besorgen Sie sich das Saatgut.

(Bilder: Christine Scherer sowie Marianne Scheu-Helgert © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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2021 – Gartentipp 04 – Die Stechpalme – zauberhaft den ganzen Winter

2021 – Gartentipp 04 – Die Stechpalme – zauberhaft den ganzen Winter

Erinnern Sie sich noch an die roten Weihnachtskugeln am Baum? Die Zweige der Stechpalme mit den derben grünen Blättern und roten Früchten bieten diese Zierde in kleiner Form den ganzen Winter. Immergrüne Pflanzen sind in der laublosen Zeit besonders reizvoll.

Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Stechpalme vor, denn die heimische Stechpalmen-Art Ilex aqulifolium wurde zum Baum des Jahres 2021 ernannt. Schon fast verschwunden, haben sich die Wildvorkommen in Deutschland wieder etwas erholt.

Porträt der Stechpalme

Ilex aquifolium ist die in Mitteleuropa heimische Art. Man findet sie als schwächer wachsenden Waldbaum auf leicht sauren bis neutralen und nicht zu trockenen Böden. Durch die Bildung von Wurzelschossen breitet sich die Pflanze im Unterholz von Buchenwäldern aus. Somit eignet sich die Stechpalme, auch Hülse genannt, besonders für halbschattige und schattige Bereiche. In sehr kalten Gebieten kommt die sie nicht vor, da die Pflanze besonders in ihrer Jugendzeit frostempfindlich reagiert. Optimal für das Wachstum sind milde Winter und ausreichend hohe (Sommer-)Niederschläge. Man könnte meinen, dass der Klimawandel dem zähen Ilex zugute kommt. Doch die für die Stechpalme gefährlichen Spätfröste nehmen zu. Und ganz oft ist die lange Sommertrockenheit in vielen Gebieten ein großes Problem.

Dunkelgrüne, ledrige und stechende Blätter, die das ganze Jahr an der Pflanze verbleiben sind ein wesentliches Merkmal. Die ganze Pflanze ist giftig, doch nicht für Vögel. Die (meist) roten Früchte an den weiblichen Pflanzen sind ein willkommenes Futter im Winter. Bienen erfreuen sich an den recht unscheinbaren weißlichen Blüten im Mai. Besonders viel Pollen besitzen die Blüten der männlichen Pflanzen.

Stechpalmen im Garten

In Parks und Gärten findet man Ilex als Ziergehölz. Doch dort ist stehen weniger die heimische Art, vielmehr andere immergrüne Arten mit unterschiedlichen Blattformen, Wuchsgrößen und Wuchsformen. Mal ist die Stechhülse ein prägendes Solitärgehölz, mal kann sie als Heckengehölz verwendet werden. Sorten des stadtklimafesten Ilex crenata (Japanische Hülse) können Sie an geeigneten Standorten als Buchsersatz pflanzen. Diese besitzen kleinere Blätter und vertragen auch einen Formschnitt gut.

Neben den Sorten mit dunkelgrünen Blättern zieren andere mit goldgelben oder weißen Panaschierungen (Färbungen). Auch sind die Blätter der Stechhülsen nicht immer dornig. Viele Arten bzw. Sorten besitzen glattrandiges Laub.

Wünschen Sie üppigen Fruchtschmuck als Zierde im Garten? Dann bedenken Sie beim Einkaufen der Pflanzen, dass Ilex zweihäusig ist. Nur weibliche Pflanzen bilden die Früchte in rot, braun oder schwarz, wozu aber eine männliche Pflanze als Bestäuber erforderlich ist.

Nicht nur das Klima mit Frösten und Trockenheit schränkt die Pflanzungen im Garten ein, entscheidend ist auch der Boden. Dieser sollte leicht sauer sowie humos, nährstoffreich und durchlässig sein. Weißt er einen hohen pH-Wert auf, entstehen Chlorosen (Blattaufhellungen). Bei Einzelpflanzungen sind Bodenverbesserungen möglich.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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Birnensorten für den Garten

Birnensorten für den Garten

Die Birne ist eine edle Frucht. Wenn sie zur richtigen Zeit gegessen wird, ist sie ein Genuss: zartschmelzendes saftiges Fruchtfleisch mit angenehmer Süße. Sowohl zum Frischverzehr als auch als Dörrobst ist die Birne geeignet. Der Anbau von Birnen wird schon seit über 5000 Jahren betrieben.

Birnen sind wärmebedürftiger als Äpfel. Optimale Fruchtqualitäten mit gutem, sortentypischem Geschmack entstehen nur an warmen Standorten auf Quittenunterlagen. Im Hausgarten bevorzugt Quittentypen A, Adams oder der etwas kalktolerantere BA 29, hingegen ist Quitte C zu schwachwüchsig. Birnen blühen früher als Äpfel, es besteht Gefahr von Frostschäden an den Blüten. In rauerem Klima sollen sie an geschützten Standorten, z. B. Wandspalier, stehen. Sie sind meist diploid.

Hinweis:
Gegen Birnengitterrost gibt es keine resistenten Sorten (auch nicht in Sicht). Der Befallsgrad hängt vom Vorhandensein und dem Abstand zu den Zwischenwirten ab. Zwischenwirte sind diverse halbhohe Wacholderarten. In Hausgärten ist daher mit starkem Befall zu rechnen. In Streuobstanlagen, die entfernt von Siedlungen liegen, tritt Birnengitterrost meist weniger stark auf. Ältere Sorten können ebenso wie Neuzüchtungen befallen werden. Der Befall wird verstärkt durch regenreiche Monate April und Mai.

Frühe Sorten eignen sich nur für den Sofortverzehr. Da die Früchte werden schnell weich werden, sollte man sie daher knapp reif ernten, wenn die Grundfarbe von grün nach gelbgrün wechselt.
Lagerfähig bis etwa Dezember sind nur späte Sorten mit einer Reife ab Oktober.

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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Rosen richtig pflanzen

Rosen richtig pflanzen

Eine Rosenpflanzung ist auf viele Jahre angelegt und bedarf daher gründlicher Vorbereitung:
Neben der Sortenwahl ist die Bodenvorbereitung und die richtige Pflanztechnik Voraussetzung für gesundes Wachstum.

Rosen im Container oder wurzelnackt

Rosen werden sowohl im Topf (Container) als auch ohne Erdballen (wurzelnackt) angeboten.

Wurzelnackte Rosen

Wurzelnackte Rosen sind fast um die Hälfte günstiger als Containerrosen; ihr Kauf lohnt sich daher vor allem bei größeren Stückzahlen. Allerdings ist die Pflanzzeit auf Herbst und Frühjahr beschränkt. Außerdem können Blüte und Belaubung beim Kauf nicht begutachtet werden.

Wurzelnackte Rosen dürfen auf keinen Fall längere Zeit mit offenen Wurzeln herumliegen. Entweder werden sie sofort gewässert und gepflanzt oder bis zur Pflanzung eingeschlagen. Dazu legt man die Pflanzen in eine flache Furche und deckt die Wurzeln mit Erde zu.

Containerrosen

Containerrosen sind teurer, dafür können sie fast ganzjährig, auch in voller Blüte gepflanzt werden.

Pflanzzeit

Pflanzzeit für wurzelnackte Rosen ist von Mitte Oktober bis Ende März, solange der Boden „offen“, d.h. noch nicht oder nicht mehr durchgefroren ist (gelegentliche Nachtfröste sind dabei nicht von Bedeutung). Besonders im Herbst ist der Anwachserfolg hoch: Der Boden ist vom Sommer noch warm und ausreichend Niederschläge sorgen dafür, dass sich rasch neue Wurzeln bilden.

Containerrosen können außer bei Frost und großer Hitze ganzjährig gepflanzt werden – auch während der Blüte. Besonders gut wachsen Containerrosen im Mai, Juni und September an, vorausgesetzt sie werden ausreichend mit Wasser versorgt.

Bei der Pflanzung im Herbst und Winter ist bei Dauerfrost durch Abdecken mit Fichtenzweigen für einen Schutz vor der Wintersonne zu sorgen.

Standortansprüche

Rosen lieben einen sonnigen, luftigen Standort, einige Sorten (z.B. ‚New Dawn‘, ‚The Fairy‘) gedeihen auch gut im lichten Schatten. Wurzeldruck und Tropfenfall unter Sträuchern und Bäumen vertragen sie dagegen genauso schlecht wie den Hitzestau vor einer Südwand oder Zugluft.

Der Boden sollte vor allem nährstoffreich, durchlässig und locker sein. Ideal sind gut belüftete und mit Humus versorgte Lehmböden.

Ungeeignet als Standort sind Flächen, auf denen längere Zeit Rosen oder andere Vertreter der Familie der Rosengewächse (z.B. Apfel, Zierquitte, Feuerdorn) standen. In diesem Fall ist der Boden „rosenmüde“ und muss entweder großzügig ausgetauscht (mindestens 50 x 50 x 50 cm tief) oder ein anderer Pflanzplatz gefunden werden.

Beetvorbereitung

Die Beetfläche wird zunächst gründlich von Unkraut gesäubert. Das gilt insbesondere für Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch. Dabei sollte man sich gleich vergewissern, dass das Erdreich ausreichend locker ist: Rosen sind Tiefwurzler und nehmen Verdichtungen im Boden übel. Besonders in neu angelegten Gärten findet man häufig durch Baufahrzeuge verdichtete Schichten, die unbedingt mit dem Spaten oder der Grabegabel gelockert werden müssen (mindestens 40 bis 50 cm tief). Bei der Gelegenheit sollten schwere Lehmböden gleich mit Sand vermischt und gelockert werden. Sandige Böden werden durch die Beigabe von Bentonit (Sandbodenverbesserer) bindiger und können mehr Wasser und Nährstoffe speichern.

Eine Düngung ist frühestens im kommenden Jahr nötig, wenn die Rose eingewurzelt ist und kräftig wächst.

Rosen pflanzen

Wurzelnackte Rosen

 

Erster Schritt ist ein Pflanzschnitt: Dazu werden alle schwachen und abgebrochenen Triebe ganz entfernt, die verbleibenden Triebe auf eine Länge von ca. 20 cm eingekürzt und die Wurzeln wenige cm abgeschnitten. Anschließend stellt man die Rosen für einige Stunden in einen Eimer mit Wasser.

Das Pflanzloch wird ungefähr 40 cm tief ausgegraben, die Sohle zusätzlich gelockert. Die Rose kommt so in das Pflanzloch, dass die Wurzeln gerade herunterhängen. Die verdickte Veredelungsstelle zwischen Wurzelhals und grünen Trieben liegt 8 bis 10 cm unter der Erdoberfläche. Damit ist die Rose ausreichend vor Frost und Trockenschäden geschützt (das früher übliche „Anhäufeln“ ist bei dieser Pflanzweise nicht unbedingt erforderlich).
Anschließend wird der Aushub wieder eingefüllt (grobe Schollen zerkleinern und mit Sand und Humus mischen), die Rose dabei immer wieder gerade gerichtet.

Ist das Pflanzloch voll, drückt man die angefüllte Erde einmal ringsherum mit dem Spaten seitlich an die Rosenwurzeln. Es genügt ein sanfter Druck, die Erde sollte nur angedrückt, nicht verdichtet werden. Zusätzlich wird die Rose mit Wasser aus der Gießkanne eingeschlämmt. Der Strahl wird dabei direkt auf die Pflanzstelle gerichtet. Ein bis zwei Gießkannen reichen, damit sich die Erde endgültig setzt. Das anschließende Anhäufeln der Triebe mit Erde (ca. 30 cm hoch) ist ein zusätzlicher Verdunstungsschutz. Die Rosen wachsen besser an.

Containerrosen

Bei Containerrosen beschränkt sich der Pflanzschnitt auf das Entfernen abgebrochener oder abgestorbener Triebe. Die Rose wird zunächst für einige Minuten in einen Wassereimer getaucht bis keine Luftblasen mehr aufsteigen und anschließend ausgetopft. Ist der Topfballen stark verwurzelt, muss der Wurzelfilz zunächst mit einem scharfen Messer gelockert werden. Nur so kann die Rose schnell neue Faserwurzeln bilden.

Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so breit und tief wie der Topfballen sein. Auch bei Containerrosen liegt die Veredlungsstelle (sie befindet sich meist an der Topfoberfläche) nach dem Pflanzen 8 bis 10 cm unter der Erdoberfläche. Andrücken und Angießen erfolgt wie bei wurzelnackten Rosen beschrieben. Das Wässern sollte besonders bei Frühjahrs- und Sommerpflanzung wöchentlich wiederholt werden: Ist der Topfballen erst einmal ausgetrocknet, nimmt er nur schwer wieder Wasser an.
Das Anhäufeln der Rosen mit Erde als Winterschutz ist in den ersten Jahren zu empfehlen. Bei älteren, unempfindlichen Rosensorten reicht dann ein Abdecken mit Fichtenzweigen.

Stammrosen

Auf Stämmchen veredelte Rosen werden sowohl im Container als auch wurzelnackt angeboten. Die Pflanzweise ähnelt im Großen und Ganzen der der niedrigen Rosen. Das gilt es aber zu beachten:

  1. Rosenstämme müssen zeitlebens gestützt werden. Schlagen Sie also zunächst einen Pfahl in das Pflanzloch, an dem der Stamm nach dem Pflanzen festgebunden werden kann.2. Bei Stammrosen befindet sich die Veredlungsstelle direkt unterhalb der Krone. Am Stammfuß sitzt eine weitere Verdickung, die sogenannte „Zapfenschnittstelle“. Die Stammrose wird so gepflanzt, dass die Zapfenschnittstelle ca. 10 cm über der Erdoberfläche bleibt.

    3. Binden Sie den Rosenstamm etwas unterhalb der Krone mit einem Kokosstrick an.

    4. Als Winterschutz wird die Krone mit Vlies eingepackt, wobei das Vlies unterhalb der Veredelungsstelle zusammengebunden wird.

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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