Grabbepflanzungen für Herbst und Winter

Grabbepflanzungen für Herbst und Winter

Grabbepflanzung mit Blüte, Blattschmuck und Gräsern

Spätestens Ende Oktober werden die Gräber für Allerheiligen hergerichtet. Wer selbst Hand anlegen möchte, findet in den Gartenfachbetrieben und Gartencentern eine große Auswahl an Pflanzen, die über den Herbst und Winter das Grab schmücken. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für Bepflanzungen.

Eine geschickte Kombination aus mehrjährigen und saisonalen Pflanzen wertet das Grab auf. Herbstliche Pflanzungen in Schalen oder anderen Gefäßen beleben zudem Balkon und Terrasse.

Was ist zu beachten?

Die Bepflanzung richtet sich zunächst nach der Grabgröße (z.B. Urnengrab, Doppelgrab) bzw. nach dem Platz für die Bepflanzung. Oft sind schon Stellen von ausdauernden Pflanzen besetzt, die es zu integrieren gilt. Beachten Sie den Standort. Ist dieser vollschattig, halbschattig oder gar in der Sonne? Bedenken Sie dabei auch, dass Bäume ihr Laub verlieren und deshalb auch Wintersonne auftreten kann.

Herbstpflanzungen wachsen weniger stark und werden deshalb etwas dichter gesetzt. Der Gießaufwand ist im Herbst reduziert, da die Pflanzen zum einen weniger verbrauchen, die Temperaturen kühler sind und sowieso gelegentlich Niederschläge auftreten.

Achten Sie bei einer Schalenbepflanzung auf einen guten Wasserabzug und ein strukturstabiles Substrat. Bei starken Niederschlägen kann es sonst sein, dass Wurzeln faulen und die Pflanze abstirbt.

Bei der Herbstpflanzung steht nicht die Blütenpracht im Vordergrund, sondern der Fokus wird eher auf Blattfarbe, Blattform, Struktur gelegt. Denken Sie bei der Bepflanzung auch bereits an Platz für Gesteck, Schale und Kerze.

Lebendigkeit durch Vielfalt

Kombinieren Sie mehrjährige ausdauernde Pflanzen wie beispielsweise winterharte Hebe (Strauchveronika in Sorten), Heckenmyrthe (Lonicera nitida), kleine Nadelgehölze (z.B. Eibe, Zwergkiefer), Heide mit saisonalen Pflanzen. Besonders bunt und dankbar sind Hornveilchen. Sie besitzen zwar kleinere Blüten als Stiefmütterchen, liefern aber stetig Farbe bis ins Frühjahr hinein. In Rosa-bzw. Lilatönen und Weiß blühen Alpenveilchen, die sich ebenfalls gut integrieren lassen. Sie sind allerdings nicht frosthart und vertragen nur Temperaturen bis maximal -5° Celsius. Beliebt sind auch Christrosen, die zur Advents- und Weihnachtszeit blühen.

Farbe bringen nicht nur bunte Blüten. Auch sogenannte Blattschmuckpflanzen mit buntem oder silbrigem Laub setzen Farbakzente. Beispiele hierfür sind verschiedene Purpurglöckchen (Heuchera). Die Stacheldrahtpflanze (Calocephalus brownii) ist nicht zuverlässig winterhart und verträgt nur leichte Fröste. Jedoch bleiben silbrige Farbe und Struktur trotzdem auch bis über den Winter erhalten. Auch Früchte bringen Farbe: kugeligen Fruchtschmuck besitzen beispielsweise Skimmie, Scheinbeere und Topfmyrthe.

Verwenden Sie auch Gräser. Viele tragen sehr filigrane Blütenstände, die den Raum nach oben nutzen und zudem als Strukturbildner dienen. Die Halme selbst bringen eine neue Blattform ins Spiel und zeigen oft auch eine spezielle Färbung. Die Gräser sollten jedoch nicht zu hoch und breit wachsen. Geeignet sind beispielsweise Segge (Carex), Schwingel (Festuca), Rutenhirse (Panicum) und Lampenputzergras (Pennisetum).

Struktur auf dem Grab

Wer nicht das ganze Grab immer wieder neu bepflanzen möchte, kann auch eine Flächenpflanzung z.B. mit niedrigem Mauerpfeffer (Sedum ‘Weihenstephaner Gold‘ oder ‘Immergrünchen‘), Efeu, Zwergmispel (Cotoneaster) oder niedrigem Spindelstrauch (Euonymus) vornehmen. Dabei können Sie Ornamente (Kreis, Kreuz, Herz, Spirale) freilassen und mit Hornveilchen (später mit Wechselflor) bepflanzen.

Grabbepflanzung mit Dauergrün und rotem Wechselflor

 

Grabbepflanzung mit Ornament im Wechselflor

 

Grabbepflanzung mit Hauswurzumrandung

 

Grabbepflanzung mit Blüte und Blattgrün

 

Herbstliche Grabbepflanzung mit Alpenveilchen

 
Grabbepflanzung mit grünen Blattstrukturen und weißen Alpenveilchen
Was darf auf den Kompost?

Was darf auf den Kompost?

Kompostmiete Alu

Gemüsebeete werden abgeerntet, Balkonkästen mit Sommerblumen geleert, Sträucher geschnitten, manches wird im Garten auf- und umgeräumt. „Das anfallende organische Material ist zu schade, um es auf den Wertstoffhof zu fahren oder in der Biotonne zu entsorgen“, sagen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Die Alternative kann die Kompostmiete sein. Fertiger Kompost gilt als das „Gold des Gärtners“. Er ist wertvoller Dünger und verbessert den Boden. Doch was darf auf den Kompost?

So wird aus Pflanzenmaterial guter Kompost

Verschiedene Klein- und Kleinstlebewesen setzen organische Substanzen um, damit pflanzenverfügbare Nährstoffe entstehen. Es sind dies zunächst Tiere mit erkennbarem Mund, die sich von Pflanzenmaterial oder Aas ernähren wie z.B. Regenwürmer, Asseln, Schnecken, Springschwänze, Milben und Insektenlarven. Bakterien, Algen und Pilze wandeln dann das zerkleinerte Material in Nährstoffe um, die die Pflanzenwurzeln dann aufnehmen können. Alle diese Kleinstlebewesen benötigen für ihre Arbeit ein gewisses Maß an Feuchtigkeit, aber auch eine gute Durchlüftung und eine ausreichende Menge Nahrung aus dem zugeführten organischen Material. Deshalb sollte eine ausgewogene Mischung im Komposthaufen vorliegen. Feuchter Rasenschnitt wird beispielsweise mit lockerem, strohigem und trockenem Material wie Häckselgut, Stängeln oder Laub gemischt.

Wohin mit giftigen Pflanzen?

Große Unsicherheit besteht, wenn es um das Kompostieren giftiger Bestandteile geht. In der Natur existieren Pflanzenarten, die für Mensch und Tier giftige Stoffe enthalten. Etliche von ihnen werden in den Gärten als Zier- oder Nutzpflanzen angebaut. Manchmal finden sich die natürlichen Gifte nur in bestimmten Teilen einer Pflanzenart wie Blättern oder Früchten, in anderen Fällen ist die ganze Pflanze giftig. In der natürlichen Umgebung verrotten giftige Pflanzen nach dem Absterben ebenso wie alle anderen. So werden die ursprünglichen Inhaltsstoffe durch die Mikroorganismen nach und nach abgebaut, so dass von den Giften nichts mehr übrigbleibt. Auf dem Kompost finden diese Vorgänge ebenso statt. So kann beispielsweise zerkleinerter Thuja- und Eibenschnitt dem Kompost in dünnen Schichten zugeführt werden.

Können „Unkräuter“ auf den Kompost?

Werden sie frühzeitig vor der Blüte gejätet, also noch ohne Blütenknospen, können Samenunkräuter ebenfalls getrost auf den Kompost. Ist der Zeitpunkt jedoch verpasst, dann entsorgt man derartige Pflanzen besser über die Biotonne, um eine Ausbreitung im Garten zu verhindern. Auch Wurzelunkräuter könnten auf den Komposthaufen. Allerdings müssen sie völlig ausgetrocknet sein, was bei heißen Sommertemperaturen leichter passiert. Anderenfalls ist die Entsorgung über die Biotonne sinnvoller, da sie sonst eventuell weiterwachsen können. Sicher ist es, wenn Sie Blütenstände bzw. die Wurzeln abschneiden, diese in der Biotonne entsorgen und nur die restlichen Teile der Unkräuter dem Kompost zuführen.

Laub auf dem Kompost?

Laub ist viel zu wertvoll, um auf dem Kompost zu landen. Doch von Wegen, vom Rasen oder aus dem Teich muss es weg. Schwer verrottbares Material wie Eichen- oder Walnusslaub wird schneller zersetzt, wenn es zerkleinert ist. Dazu eignet sich der Rasenmäher, der das Laub einfach in den Auffangsack „mäht“. Dieses wird dann schichtweise mit anderem organischem Material auf den Kompost gegeben. Wer das Laub zunächst auf dem Rasen ausbreitet und anschließend mäht, mischt gleich verschiedene Substanzen.

Doch nicht alles aus dem Garten darf auf den Kompost

Pflanzenteile mit Pilzen, Viren und tierischen Schädlingen, besonders die im Stängel oder der Wurzel schädigen, sollten grundsätzlich nicht kompostiert werden, z.B. Apfelwickler, Kohlhernie, Welkekrankheiten. Manche Schädlinge oder Krankheitserreger können auf dem Kompost überdauern, da die Rottetemperaturen nicht ausreichend hoch sind. Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Schaderreger später auf den Beeten verbreiten und die Pflanzen neu infizieren.

Laubblätter – kleine Kraftwerke

Laubblätter – kleine Kraftwerke

Herbstlaub

Im Herbst fällt das Laub. Doch ärgern Sie sich nicht darüber, denn ohne diese Blätter würden die Pflanzen nicht wachsen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erläutern welche Bedeutung die Blätter haben.

Pflanzen produzieren Nahrung und Sauerstoff; und das mit Hilfe der grünen Blätter. Bei der Photosynthese nutzen die Pflanzen Licht, Wasser und Kohlendioxid und wandeln es mit Hilfe des Chlorophylls (grüner Farbstoff im Blatt) zu Zucker, Stärke und Sauerstoff.

Pflanzenakku im Sommer füllen

Im Sommer ist Hochkonjunktur für das Wachstum. Licht, Wärme und Wasser sind ausreichend vorhanden. Pflanzen produzieren und brauchen viel Energie. Für Wachstum, Blüten und Früchte laufen die Blattkraftwerke auf Hochtouren. Einige Pflanzen bereiten sich aber auch auf eine Wachstumspause vor und füllen ihre Akkus für die nächste Saison auf, indem sie Nährstoffe in Speicherorgane einlagern. Dies gilt besonders für Zwiebelgewächse. Die Blätter von Tulpen, Narzissen und Krokusse bleiben deshalb unbedingt nach der Blüte stehen bis sie eintrocknen. Aber auch Stauden, wie Pfingstrosen und Tränendes Herz sammeln Sonnenenergie für die Blüte im nächsten Frühjahr. Erst wenn die Blätter vergilbt oder braun werden, stellen sie den Betrieb ein und können entfernt werden. Rhabarber und Spargel sind mehrjährige Gemüse. Die Blattstiele des Rhabarbers und die Sprosse des Spargels werden nur im Frühjahr geerntet. Ab Johanni (24. Juni) ist damit Schluss. Denn die Ernte und damit das Entfernen der Blätter schwächt die Pflanzen. Von Ende Juni bis in den Herbst lässt man die Pflanzen in Ruhe, damit sich die Pflanzen wieder regenerieren und Reserven einlagern können.

Abschalten der Laub-Kraftwerke im Herbst, nicht aber bei den Nadelbäumen

Mit sinkenden Temperaturen und kürzer werdenden Tagen wirft der Laubbaum seine Blätter ab. Zuvor werden die Zuckerstoffe in Knospen und in Holzteile eingelagert. Nadelgehölze verlieren ihre Blätter nicht. Die kompakte Bauart und die dicke Wachsschicht der Nadeln schützen vor Austrocknen vor allem im Winter, wenn Bodenfrost den Wassernachschub verhindert. Die Nadel-Kraftwerke haben eine längere Laufzeit. Erst nach mehreren Jahren haben sie ausgedient. Der Nadelfall am vier- bis fünfjährigen Holz ist ein natürliches „Putzen“ der Pflanzen.

Zeit für Quitten

Zeit für Quitten

Quitten im Erntekorb

Die Äpfel und Birnen sind größtenteils geerntet, und doch gibt es auf Streuobstwiesen, in Weinbergen und Gärten kleinere Bäume und Großsträucher, die noch goldgelbe große Früchte tragen. Es ist die nicht so sehr bekannte Quitte. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen, dass es sich lohnt einen Quittenbaum im Garten zu haben.

Die Quitte, verwandt mit Apfel und Birne, ist eine Pflanze für mehrere Jahreszeiten: im Frühling erscheinen große einzelnstehende roséfarbene Blüten, im Herbst haben sich goldgelbe aromatische und wohlriechende Früchte entwickelt. Auf alle Fälle ist der Quittenbaum ein Blickfang.

Goldene Früchte

Je nach Sorte, hängen die zunächst grünen und später goldgelben, zum Teil sehr großen Früchte am Baum. Die apfel- oder birnenförmigen Früchte sind oft mit einem Flaum behaftet. Warten Sie für eine (längere) Lagerung jedoch nicht auf die komplette Gelbfärbung. Das Pektin baut sich mit der Zeit ab. Zudem steigert spätes Ernten die Gefahr von Fleischbräune. Diese Stoffwechselstörung kann verschiedene Ursachen haben. Neben zu später Ernte und langem Lagern, spielt auch die Witterung eine Rolle. Die Verwertung von Früchten mit leichten Bräunungen ist möglich. Sie können die empfindlichen Quitten-Früchte nicht gleich verwenden? Dann pflücken Sie sie sorgsam vom Baum und legen sie einlagig in Obststeigen auf Pappe, in Holzwolle oder Stroh.

Mit den Früchten lassen sich herrlich fruchtige Gelees, Fruchtaufstriche, Kompott, Konfekt, Saft und vieles mehr herstellen. Manche Sorten wie ‘Cydora‘ und ‘Cydopom‘ schmecken in dünnen Scheiben auch roh. Entfernen Sie auf alle Fälle den anhaftenden filzigen Belag sorgsam durch Abreiben, denn die Frucht würde sonst bitter schmecken. Einzelne Früchte dienen auch als Raumdekoration und verströmen dort ihren feinwürzigen und fruchtigen Duft. Übrigens lassen sich auch die kleineren Zierquitten (Chaenomeles) ebenso verwenden: als aromatischen Raumduft und als Zugabe zu Aufstrichen etc.

Besonders schön sind bei der Quitte auch ihre dekorativen großen schalenförmigen Blüten in weiß oder rosa. Die einzelnstehenden Blüten bieten den Bienen und anderen Insekten Nahrung. Leider können Spätfröste im Mai und Juni die Blüten schädigen. Da fast alle Sorten als selbstfruchtbar gelten, reicht eine Pflanze aus.

Quitte im Garten

In den letzten Jahren sieht man Quittenpflanzen wieder häufiger in den Gärten. Sie zählt zur Gewinnerin im Klimawandel. Selbst für kleinere Gärten ist die Quitte interessant, denn sie wächst meist strauchartig oder als Kleinbaum und erreicht oft nur Höhen von drei bis vier Metern. Das Holz reagiert etwas frostempfindlich, weshalb Sie besser einen geschützten Standort wählen. In rauen Gebieten empfiehlt sich eine Frühjahrspflanzung, um den ersten Winter zu umgehen. In niederschlagsarmen und milderen Gebieten wie Unterfranken pflanzt man besser im Herbst, um die Herbst- und Winterniederschläge zu nutzen. Übrigens kommt die Quitte mit Hitze und Trockenheit gut zurecht. Eingewachsene bzw. ältere Bäume überstehen Extremsommer meist problemlos. Quittenpflanzen kommen mit mageren, trockenen und durchlässigen Böden besser zurecht als mit feuchteren, nähstoffreichen und „fetten“.

Jährliche Kompostgaben auf die Baumscheibe sorgen für ausreichend Nährstoffe. In Trockenperioden verbessert gelegentliches Wässern die Fruchtqualität. Sollten die Böden zu kalkhaltig und schwer sein können Blattaufhellungen auftreten. Auch wenn die Quitte immer wieder in den Schlagzeiten wegen Feuerbrand steht, ist es kein Grund auf die Pflanze zu verzichten. Feuerbrand tritt oft nur regional begrenzt auf. Braune, trockene Triebe und Blätter können auch andere Ursachen haben.

Die Quitte (Cydonia oblonga)

Blühender Quittenbaum

 

Quittenbaum mit Sorte 'Muskatnaja'

 

Birnenquitte und Apfelquitte liegen nebeneinander

 
Fleischbräune in der Quittenfrucht
Roter Trierer Weinapfel

Roter Trierer Weinapfel

Im wasserreichen Boden nahe der Heroldinger Riedquellen steht noch ein vergreister Baum des Roten Trierer Weinapfels an einem Waldrand. Seit vielen Jahrzehnten trägt er regelmäßig und reichlich seine Saft- und Mostäpfel, die mitunter bis Dezember auf dem Baum hängen können.
Im Landkreis gibt es noch relativ viele Bäume davon. Einem davon widmeten sich die Harburger Obstbaumfreunde am „Rennerspitz“ unweit der Burg in Richtung Schaffhausen. War das Exemplar schon sehr verkommen, ist durch einen sehr gelungenen Schnitt wieder ein relativ vitaler Altbaum entstanden.
Wie der Name verrät, ist die Sorte aus einem Apfelkern als Sämling im Raum Trier entstanden. 1872, also kurz nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71, ist sie erstmals beschrieben worden. Ausgehend vom Entstehungsort pflanzte man sie in Luxemburg, Frankreich, Österreich, West- und Süddeutschland sowie in der Schweiz.
Was waren wohl die Gründe dafür, dass man sich dafür begeisterte? Neben der relativen Ertragssicherheit dürfte die lange Lagerfähigkeit eine Rolle gespielt haben. Weil sie vielerorts Probleme mit Schorf bekommt und die Früchte häufig klein ausfallen, halten sich die heutigen Empfehlungen in Grenzen. Gute Standorte und entsprechend ausreichende Pflege sind sicherlich eine Hilfe. Gerade in großen Streuobstbeständen hat der Rote Trierer durchaus noch seine Berechtigung, weil es sich wohl um einen guten Pollenspender handelt. In Jahren mit mäßigem Obstertrag kann es an diesen Bäumen etliche Äpfel geben, um sie dann umso mehr wertzuschätzen. Schließlich blüht die Sorte sehr spät. Ein Ausfall kann zu erwarten sein, wenn im Jahr davor extrem viele Früchte auf dem Baum hingen.
Mit dem Erbachhofer Weinapfel, der direkt an der Harburger Schule z.B. von den Kinder geerntet werden kann, kann der Rote Tierer Weinapfel leicht verwechselt werden, mitunter auch mit den Öhringer Blutstreifling.
Man sollte sich nichts vormachen: Der Erhalt des Roten Trierer Weinapfels ist mit einem gewissen Arbeitsaufwand verbunden, der eine gewisse Liebe zur Sache erfordert. Dennoch hat auch dieser Sorte neben ihren teils scheinbaren Nachteilen doch ihre Vorteile und verdient es heute noch, in so manche Streuobstwiesenplanung mit einbezogen zu werden. In Harburg hat man sich jedenfalls bewusst für den Erhalt im Bestand entschlossen.

Steckbrief:
Baum: erst starker, später schwächerer Wuchs; will gute Böden mit genügend Wasser und Weinbauklima
Blüte: sehr spät, diploid
Schale: bräunlich-rot verwaschen-streifig bei gelblich-grüner Grundfarbe
Frucht: klein; festes, überwiegend säuerliches, etwas herbes Fruchtfleisch
Pflückreife: ab Oktober (möglichst spät ernten)
Genussreife: ca. November
Haltbarkeit: April

Ralf Hermann Melber, 8. Februar 2025