Reiche Bohnenernte

Reiche Bohnenernte

Bohnen müssen nicht grün sein

Während die Ernte von Gurken und Tomaten in diesem Jahr durch fehlende Wärme im Frühsommer und häufige Niederschläge weniger gut ausfällt, profitiert das Wachstum der Bohnen von diesem Wetter. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen Garten-Bohnen vor, die nun voll im Ertrag stehen.

Eine solch reiche Bohnenernte hatten wir schon ein paar Jahre nicht mehr. Der Anbau von Hülsenfrüchten tut auch dem Boden gut.

Bohnen – Vielfalt aus dem Garten

Dank ausreichend feuchter Witterung wachsen die Bohnen sehr zügig und setzen reiche Frucht an. Zudem sind die Hülsen sehr zart. Anders in trocken-heißen Sommer: bei großer Hitze und Lufttrockenheit setzt die Blütenbildung oft aus, die Blüten werden kaum befruchtet und fallen ab. Erst wenn die Temperaturen etwas zurückgehen, entwickeln sich wieder neue Blüten. Die wenigen Hülsen bilden oft Fäden. Dies erleben wir in diesem Jahr nicht.

Speisen mit frischen Bohnen sind ein Genuss. Lassen Sie die Hülsen nicht allzu sehr ausreifen, sondern ernten Sie lieber öfter durch (etwa zweimal wöchentlich), dann bilden sich mehr Blüten und der weitere Fruchtansatz erfolgt reichlicher. Wird es doch einmal zu viel, lohnt es kurz zu blanchieren und einzufrieren. Wer Bohnen übersieht, findet beim nächsten Mal übergroße Früchte. Sind die Körner im Inneren bereits gut entwickelt, verwendet man nur sie und entfernt die zähen Hülsen. Grundsätzlich gilt: Gartenbohnen dürfen niemals roh verzehrt werden! Sie enthalten Lektine. Das sind Stoffe, die auf unseren Stoffwechsel giftig wirken. Diese Stoffe sind jedoch als Eiweiße hitzeempfindlich. Sie sind bei grünen Bohnen nach wenigen Minuten (ca. vier Minuten) vollständig zerstört und damit völlig gefahrlos. Die Bohnensamen enthalten mehr Lektine, sie müssen mindestens sechs Minuten kochen. Blaue Sorten werden beim Kochen dunkelgrün, der lila Farbstoff hält sich leider nicht.

Bohnensorten gibt es viele. Die Hülsen sind dabei nicht nur grün. Gelbe und blaue Sorten fallen zwischen den grünen Blättern auf. Moderne Sorten bilden normalerweise keine störenden Fäden. (Ausnahme Witterung!). Je nach Platzangebot können Sie Busch- und Stangenbohnen anbauen. Stangenbohnen können auch gut als Gestaltungselement in den Gemüsegarten eingebaut werden. Vielfältige Rankhilfen können eingesetzt werden. Es eignen sich spezielle Bohnenstangen, aber auch Äste von Korkenzieherweide und Haselnuss und sogar Schnüre. Wie wäre es mit einem Bohnen-Zelt im Garten? Zudem eignet sich der Anbau von Stangenbohnen als Sichtschutz.

Busch- und Stangenbohnen anbauen

Busch- und Stangenbohnen brauchen Wärme. Deshalb bekommen sie ihren Platz im Garten nicht vor Mitte Mai, entweder gesät oder gepflanzt. Die Anzucht in Töpfchen hat Vorteile: keimende Samen werden nicht durch die Bohnenfliege geschädigt. Außerdem haben die Pflanzen einen Wachstumsvorsprung, wenn sie ins Freie kommen. Die jungen Pflänzchen dürfen jedoch nicht zu groß sein. Stangenbohnen beispielsweise wachsen schnell zusammen und ein Entwirren der Ranken ist mühsam. Besser ist es, wenn die Jungpflanzen gleich um die Stangen ranken.

Übrigens bringt der Anbau von Bohnen und anderen Hülsenfrüchten auch Vorteile für den Boden. Die an den Wurzeln sitzenden Knöllchenbakterien binden Luftstickstoff und machen ihn für Pflanzen verfügbar. Die verzweigten Wurzelsysteme lockern den Boden auf.

Blaue Bohnen an der Pflanze.

 

Grüne Stangenbohnen

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
Gartentipp: Es ist wieder soweit: Trauer im Tomatenbeet

Gartentipp: Es ist wieder soweit: Trauer im Tomatenbeet

Nachdem die Tomaten in diesem Jahr durch die kühlen Temperaturen anfängliche Schwierigkeiten hatten, stehen die Pflanzen durch die Niederschläge jetzt recht kräftig da. Doch diese begünstigen auch den Befall mit der Kraut- und Braunfälle, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Auf eine große Tomatenernte werden viele in diesem Jahr verzichten müssen: wenig Fruchtansatz durch fehlende Wärme nach dem Auspflanzen und durch den Regen Ausbreitung des Schadpilzes. Bedeckter Himmel mit mäßigen Sommertemperaturen tut das Übrige.

Die Kraut- und Braunfäule

Verursacher dieser gefürchteten Tomatenkrankheit ist der Pilz Phytophthora infestans. Die Kraut- und Braunfäule tritt meist ab Juli bei feuchter, kühlerer Witterung und vor allem im Freiland auf. Befinden sich mit der gleichen Krankheit befallene Kartoffeln in der Nähe, sind diese oft schon früher erkrankt und infizieren dann die Tomate. Wiederkehrende (stärkere) Niederschläge, hohe Luftfeuchte sowie Temperaturen wenig über 20 Grad und nachts oft weit darunter sowie starke Taubildung und trübe Tage ohne Sonne, lassen die Blätter kaum abtrocknen, so dass sich der Pilz schnell ausbreiten kann. Feuchte Böden ab Mai, verbunden mit Düngung, haben die Pflanzen schnell und mastig wachsen lassen und sie besitzen recht weiches Gewebe. Dieses ist dann anfälliger für Krankheiten wie die Kraut- und Braunfäule.

Ältere Blättern zeigen zunächst graugrüne Flecken, die sich grau bis schwarz verfärben und ineinanderfließen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich auf der Blattunterseite ein grauweißer Pilzrasen. Auch die Stängel werden befallen. Diese bekommen braune Flecken und werden dort brüchig. Empfindlich für eine Infektion sind auch die Früchte. Es entstehen braune, etwas eingesunkene harte Flecken, die tief in das Fruchtfleisch gehen. Die Früchte sind nicht genießbar und sind zu entsorgen.

Erster Befall – und dann?

Sehen Sie erste Flecken auf den Blättern und besteht die Aussicht auf trockeneres Wetter, so können Sie diese befallenen Pflanzenteile großzügig entfernen, mit der Hoffnung, dass es keine Neuinfektionen mehr gibt. Haben jedoch schon der Stängel (Haupttrieb) und die Stiele der Tomaten dunkelbraune Stellen, sterben die Pflanzen oft sehr schnell ab. Entfernen Sie deshalb die ganzen Pflanzen sorgfältig und entsorgen Sie diese dann über die Biotonne. Gesunde grüne Tomatenfrüchte können noch nachreifen, wenn sie ihre Endgröße erreicht haben und nicht mehr dunkelgrün, sondern bereits hellgrün gefärbt sind. Doch kontrollieren Sie täglich. Oft bemerkt man den Fruchtbefall mit Braunfäule erst nach ein paar Tagen.

Nutzen Sie die nun leeren Beete und Beetstücke für Herbstsalate wie Endivien, Zuckerhut und Feldsalat sowie Spinat, aber auch andere Salate, Kohlrabi und Radies. Problemlos können Sie Gründüngung einsäen. Oder benötigen Sie ein neues Erdbeerbeet?

Vorsorge für das nächste Jahr

Wenn wir wüssten wie das Wetter im nächsten Frühjahr und Sommer sein wird….. Wichtig für den erfolgreichen Tomatenanbau ist auf alle Fälle ein weiter Pflanzabstand von mindestens 60 Zentimetern und ein konsequentes Ausgeizen, damit genügend Luft durchziehen kann und die Blätter möglichst trocken bleiben. Die bereits erwähnten widerstandsfähigen Sorten Gießen Sie nur über den Boden und benetzen Sie die Blätter möglichst nicht. Besonders in Regionen, wo öfters mit Niederschlägen zu rechnen ist, ist der Tomatenanbau unter einem Dach empfehlenswert. So bleiben die Pflanzen weitgehend trocken und Wind kann durchziehen. Deshalb sollten auch die Seiten der Überdachungsvorrichtung, außer vielleicht die Wetterseite, offen bleiben. Die Phytophthora-toleranten Tomaten Sorten zeigen im Freien, selbst ohne Überdachung, kaum Krankheitsbefall. Beispiele: ‘Philovita F1‘, ‘Phantasia F1‘, ‘Rose Crush F1‘, ‘Crimson Crush F1‘ sowie die samenfesten Sorten ‘Primabella‘ und ‘Resibella‘. Pflanzen Sie Tomaten und Kartoffeln möglichst weit auseinander, denn oft sind erst die Blätter der Kartoffeln befallen, bevor die Pilzsporen die Tomaten infizieren. Die Tomatenstäbe werden mit Seifenlauge gewaschen und vorsorglich im nächsten Jahr ein anderes Beet gewählt. Die Nutzung von Folienhauben ist ungünstig. Es bildet sich schnell Schwitzwasser, was wiederum Pilzinfektionen begünstigt.

Wäre ein Kleingewächshaus die bessere Alternative? Es bietet guten Regenschutz, es ist eine frühere Pflanzung möglich und es ist eine zeitlich längere Ernte zu erwarten. Allerdings spielt die Größe eine entscheidende Rolle. Je kleiner das Gewächshaus, umso problematischer wird der Anbau. Steigen die Außentemperaturen, wird es im Inneren schnell zu heiß. Bei hoher Luftfeuchte besteht die Gefahr verschiedener anderer Pilzkrankheiten wie Grauschimmel, Samtfleckenkrankheit und andere. Sogar die Kraut- und Braunfäule kann bei dichter Bepflanzung auftreten. Zudem ist im Kleingewächshaus manchmal auch der Fruchtansatz durch geringe Befruchtung unbefriedigend. Allgemein wichtig: Lüften Sie so viel wie möglich und öffnen Sie Türen und Fenster, auch in der Nacht und niedrigen Temperaturen.

Kranke Tomatenpflanzen im Beet

 

Kranke Tomatenfrüchte

 

Tomatenpflanzen unter einem Dach

 
Kartoffelblätter mit braunen Flecken
 
Gartentipp: Genieße den Tag in der Hängematte

Gartentipp: Genieße den Tag in der Hängematte

Blick in den Garten

Die Ferienzeit rückt näher, doch nicht jeder fährt weg in den Urlaub. Auch der Garten kann ein Ort sein, um Kraft zu tanken und sich zu erholen. Er ist Auszeit vom Alltag und nicht nur mit Arbeit verbunden, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Wandern Sie langsam und bedächtig durch Ihren Garten. Betrachten Sie ihn und bewundern Sie die Vielfalt, die der sommerliche Garten zeigt. Von der Hängematte aus ist der Blickwinkel ein anderer.

Tag der Hängematte

Ja braucht’s denn sowas, fragt der ein oder andere. Am 22. Juli ist „Tag der Hängematte“. Der spätromantische und naturalistische Schriftsteller Peter Hille bringt es auf den Punkt: „Wandere, während du weilst“. So sollten wir es auch gelegentlich im Garten halten und verweilen. An einem gemütlichen Plätzchen auf der Bank, im Liegestuhl oder der Hängematte wandern nur die Augen durch den Garten und betrachten und beobachten. Hier entspannen auch der Geist und die Seele.

Vielfalt und Schönheit des Gartens

Durch die in diesem Jahr oft üppigen Niederschläge gedeihen die Pflanzen prächtig. Besonders Stauden und Gehölze, die im Frühjahr oder letzten Herbst gesetzt wurden, profitieren vom regelmäßigen Regen. Üppig und sattgrün strotzen viele Pflanzen, die sonst oft schon dürr und welk im Sommer stehen. Bestes Beispiel ist der Rasen. Eine grüne Rasenfläche in den heißen und trockenen Sommermonaten war in den letzten Jahren ohne zusätzliche Bewässerung nicht möglich. Wann hatten wir es schon, dass selbst in trockenen Regionen die Wassertonnen im Juli (voll) gefüllt sind?

Selbst Prachtstauden, die in vielen Jahren nur ein mickriges Wachstum hatten, sind zu neuem und kräftigem Leben erwacht z.B. Rittersporn und Phlox. Allgemein zeigt sich der Garten nun in seiner Sommerpracht. Während vor wenigen Wochen in vielen Gärten die Farben lila und rosa dominiert haben, sind es nun oft Gelbtöne, die mehr und mehr in den Blumenbeeten auftauchen. Der Garten befindet sich stets im Wandel. In einem vielfältigen und naturnahen Garten fühlen sich Insekten und andere Tiere wohl.

In den Gemüsebeeten protzen Kürbisse und Zucchini und bedecken große Beetflächen. Nach anfänglichen Wachstumsschwierigkeiten und der Bildung hauptsächlich männlicher Blüten durch die kühlen Temperaturen, können nun durch die warme Witterung fast täglich neue und junge Zucchini geerntet werden. Ausreichend Feuchtigkeit ohne Hitzestress bekommt vor allem den Bohnen gut. Kräftig gewachsen entwickeln sie Blüten und schon bald leckere zarte Hülsen ohne Fäden.

Kleine Schönheitsmakel

Beim genauen Betrachten fallen leider auch weniger schöne Dinge auf. Seien es die nackten Weg- und Ackerschnecken, die durch die feuchte Witterung immer wieder (große) Fraßschäden anrichten oder die unerwünschten Kräuter, die wie andere Pflanzen sehr üppig wachsen. Ernten Sie Him- und Brombeeren sowie Heidelbeeren rechtzeitig, denn die Kirschessigfliege vermehrt sich bei feuchtem und mäßig warmem Wetter besonders schnell. Auch Gurken und Tomaten fühlen sich nicht sehr wohl und werden von Krankheiten befallen. Der Falsche Mehltau mit den gelben Flecken befällt die Gurken und Freilandtomaten zeigen ersten Befall mit der gefürchteten Kraut- und Braunfäule. Vielerorts gab und gibt es keine Ernte von Kirschen, Zwetschgen, Äpfeln und anderem Baumobst, da oft schon die Blüte oder kleine Früchte durch Kälteeinwirkung im Frühjahr geschädigt waren.

Gedankenfabrik Hängematte

Auch im Sommer ist es mal an der Zeit über den Garten zu sinnieren. Im Anblick der momentanen Situation können neue Pläne entstehen. Gewonnene Zeit durch das Wegfallen verschiedener Ernten und damit der Verarbeitung, können Sie anderweitig nutzen. Durch das Entfernen kranker Gurken- und Tomatenpflanzen entsteht Platz für Herbstsalate. Und vergessen Sie nicht, sich auch einmal hängen zu lassen, zu entspannen und zu genießen. Vielleicht hören Sie auch einen Igel, der durch den Garten streift. Betrachten Sie die tanzenden Libellen und lauschen dem Gezwitscher der Vögel.

2024 – Gartentipp 29 – Superfood aus dem Garten

2024 – Gartentipp 29 – Superfood aus dem Garten

Was haben Edamame, Erdnuss, Kulturheidelbeere und Apfelbeere gemeinsam? Sie alle sind besonders wertvoll in der Ernährung und wachsen auch im Garten oder in Kübeln, informieren die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Im Schaugarten an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim wachsen neben altbewährten Pflanzen auch weniger bekannte Obst- und Gemüsearten. Schwerpunkt im Gemüsegarten liegt in diesem Jahr auf Eiweißlieferanten, die in der veganen und vegetarischen Ernährung eine zentrale Rolle spielen.

 

Pflanzliches Eiweiß aus dem Garten

Schon seit ein paar Jahren hat die Edamame (Gemüsesoja) einen Platz im Gemüsegarten. Wie andere wärmeliebende Gemüse kommen die vorgezogenen Jungpflanzen ab Mitte Mai ins Freie. Auch eine Direktsaat im Mai und Juni ist möglich. Einen lockeren und warmen Boden findet sich dann in Beet, Hochbeet oder Kiste. Während des Wachstums benötigt die Edamame Wärme und einen ausreichend feuchten Boden. Hilfreich ist das Mulchen, damit der Boden nicht schnell austrocknet bzw. die Bodenfeuchte erhalten bleibt. Wie auch bei anderen Bohnen darf die Edamame nicht roh verwendet werden. Man kocht die noch grünen Hülsen und palt dann die Kerne aus oder man löst die Körner schon vor dem Kochen aus den Hülsen. https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/2180_-_edamame_bf.pdf

Neu hingegen ist der Anbau von Erdnüssen, ebenfalls eine einjährige Pflanze, ein gesunder Eiweißlieferant und verwandt z.B. mit Erbsen und Bohnen. Anders als beim Gemüsesoja entstehen die Hülsen mit den Kernen (meist sind es zwei) unter der Erde am Wurzelballen. Geerntet wird, wenn sich die Pflanze gelb färbt und welkt. Wichtig ist ein lockerer, möglichst sandiger und humoser Boden, damit sich auch Hülsen in der Erde bilden können. Somit eignet sich diese Gemüseart bevorzugt für Kisten und Kübel bzw. das Hochbeet. Die Erdnuss benötigt im Anbau viel Wärme und wächst daher erst ab Juni draußen an einem warmen, sonnigen und geschützten Platz. https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/2181_-_erdnuss_bf.pdf

 

Blaue Super-Früchte

Vieles haben die Apfelbeere (Aronia) und die Kulturheidelbeere gemeinsam. Beides sind locker aufgebaute Sträucher mit einer Größe von etwa 1,5 m Höhe. Die blauen kugeligen Früchte besitzen wertvolle Inhaltsstoffe. Beim Ernten der Beeren ist es ratsam schneller als die Vögel zu sein. Zuvor jedoch erscheinen die weißlichen Blüten und diese locken viele Insekten an. Erwähnenswert ist zudem die Herbstfärbung in orange und rot. Problemlos lassen sich die Pflanzen in Kübeln/großen Gefäßen über viele Jahre kultivieren. Doch ein paar Unterschiede gibt es auch.

Die Apfelbeere ist ausgesprochen anspruchslos und robust. Allerdings wächst sie sehr langsam. Das kleine Obstgehölz lässt sich auch in Staudenbeete integrieren. Die kleinen blau-schwarzen Früchte besitzen einen sehr herben Geschmack und hinterlassen bei Frischverzehr ein pelziges Mundgefühl. Getrocknet dagegen schmecken sie milder. Die stark färbenden Früchte lassen sich gut als Saft oder in Kombination mit milden Obstsorten als Fruchtaufstrich verwenden. https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/3156a_-_apfelbeere_bf.pdf

Während die Apfelbeere mit dem normalen Gartenboden zufrieden ist, benötigt die Kulturheidelbeere zwingend einen sauren Boden. In einem großen Kübel oder Topf mit saurem Substrat fühlt sie sich deshalb besonders wohl. Anderes als die Waldheidelbeeren benötigt die Kulturheidelbeeren einen Platz an der Sonne. Durch die Vielfalt kann man mit unterschiedlichen Sorten über mehrere Wochen das begehrte blaue Naschobst ernten. https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenakademie/dateien/3163a_-_heidelbeere_bf.pdf

 

Superfood live

Sie wollen mehr über die vorgestellten Gemüse- und Obstarten wissen und sie kennenlernen? Dann besuchen Sie die LGS Kirchheim bei München und kommen Sie vom 25. bis 31. Juli 2024 zum Stand der Bayerischen Gartenakademie (Stand 12 in der Sphäre Wildnis). Dort können Sie Edamame, Erdnuss sowie Aronia und Kulturheidelbeere live erleben, Früchte oder Aufstriche verkosten und wertvolle Informationen von den Fachleuten der Bayerischen Gartenakademie erhalten.

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

2024 – Gartentipp 28 – Provence im Garten – der Duft von Lavendel

2024 – Gartentipp 28 – Provence im Garten – der Duft von Lavendel

Lavendel findet man nicht nur auf großen Feldern in Südfrankreich oder in romantischen englischen Gärten. Auch in vielen Hausgärten hat die Pflanze ihren Platz. Besonders in warmen und niederschlagsärmeren Gegenden fühlt sie Lavendel wohl, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Durch die sommerliche Blüte und den würzig-aromatischen Duft der Blüten und Blätter ist Lavendel bei Menschen und Insekten sehr beliebt. Am richtigen Standort ist der Halbstrauch zudem sehr pflegeleicht.

Lavendel-Vielfalt

Von Juni bis August blüht Lavendel und lockt eine Vielzahl verschiedener Insekten an, die sich am reichen Nektarangebot laben. Lavendel blüht nicht nur lila, wobei selbst dieser Farbton von einem blassen Fliederton bis zu einem intensiv dunklen Blauviolett variiert. Es gibt auch Sorten mit rosa oder weißen Blüten. Die Blütenstände selbst können sehr lang, schmal und locker sein oder auch kurz und kompakt. Und auch die mehr oder weniger grau-grünen Blätter zeigen verschiedene Formen und Ausprägungen.

Der Garten-Lavendel Lavandula angustifolia mit einer Vielzahl verschiedener Sorten ist sicherlich am bekanntesten. Durch die unterschiedlichen Blütenfarben (verschiedene blau-lila Töne, weiß und rosa) und Wuchshöhen, die zwischen 25 und 90 Zentimetern liegen, lässt sich die Pflanze in verschiedenen Gartensituationen gut einsetzen. Besonders lange Blütenrispen besitzt der etwa zwei Wochen später blühende Provence-Lavendel Lavandula x intermedia, dessen Farbspektrum ebenfalls verschiedene blau/lila Farbtöne sowie weiß aufweist. Während die beiden vorher genannten Lavendel-Arten den Winter im Gartenbeet überstehen, müssen Schopf-Lavendel (Lavendula stoechas) und Kanarischer Lavendel (Lavandula pinnata) frostfrei überwintert werden.

Lavendel-Garten

Lavendel liebt einen durchlässigen, kalkhaltigen Boden in voller Sonne. Zu viel Bodenfeuchte, vor allem im Winter, verträgt er nicht, da die Wurzeln faulen und die Pflanze abstirbt. Deshalb ist ein gut dränierter Boden wichtig, damit sich keine Staunässe bilden kann. Kombinationspflanzungen mit anderen trockenheitsverträglichen Stauden sind möglich. Bei Kombinationen mit Rosen ist es ratsam, diese schon ein oder zwei Jahre vor dem Lavendel zu pflanzen. Dann sind die Rosen gut eingewurzelt und vertragen die trockenen Phasen, wie der Lavendel sie liebt, besser. Karge Böden verbessern die Winterhärte und intensivieren den Duft des Lavendels. Trotz ausreichender Winterhärte kann jedoch zum Schutz vor intensiver Wintersonne zeitweise eine Abdeckung mit Vlies oder Reisig ratsam sein. Lavendel ist sehr schnittverträglich und eignet sich deshalb auch gut als Beeteinfassung und blühender insektenfreundlicher Buchsersatz.

Lavendel zählt zu den Halbsträuchern. Er zieht nicht wie eine Staude komplett ein, sondern es verbleiben oberirdisch holzige und krautige Pflanzenteile. Jedes Jahr im Frühjahr wird die Pflanze stark, das heißt nur wenig über den verholzten Stellen, zurückgeschnitten. Nach der Blüte, oder auch zur Blütenernte schneiden Sie den Blütenstängel komplett und noch ein bisschen tiefer ab. So bliebt die Pflanze vital und buschig. Verpasst man den Rückschnitt nach der Blüte kann es sein, dass Lavendel sich selbst aussät. Besonders in sehr warmen und trockenen Gegenden kommt es vor, dass Lavendel in Pflasterfugen von Wegen und an Mauerrändern auftaucht. Freuen Sie sich über blühendes Grau.

Lavendelblüten wirken beruhigend auf uns wohingegen der Duft Motten vertreibt. Mit getrockneten Blüten gefüllte Duftsäckchen hängen und liegen deshalb oft in Wäscheschränken. Lavendelblüten (mit Stiel) lassen sich gut trocknen und damit auch lange Zeit verwenden und somit für Trockensträußchen und andere duftende Dinge nutzen. Die graulaubigen Zweige fügen sich zierlich in Wintergestecke ein.

Bis auf den Schopflavendel sind Lavendelpflanzen wahre Insektenmagnete. Gerne besuchen Bienen die Blüten und sammeln Pollen und vor allem Nektar. Da vor allem kleiner bleibende Sorten des Lavendels auch in Gefäßen wachsen, verschönern sie auch Balkone und Terrassen. Sie lassen sich auch mit anderen mediterranen Kräutern oder trockenheitsverträglichen Stauden gut kombinieren und verwandeln den „Blumenkasten“ in ein Insektenparadies.

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung