Obstbaumfreunde Harburg
1. Wer sind wir?
Wofür wir als ehrenamtliche Gemeinschaft stehen und was wir tun:
Fokus: Obstbäume auf städtischem Grund, um die sich sonst niemand kümmert
Ziele:
Erhalt dieser Bäume mit ihren Sorten und sukzessive Nachpflanzung dort, wo Lücken entstanden sind oder es sich in enger Abstimmung mit der Stadt anbietet.
1. Bestimmung unserer Bestandssorten
2. Nachpflanzung wertvoller, alter Sorten, besonders derer, die nur noch schwierig erhältlich sind.
3. Aufwertung des Bestands durch Auswahl von Sorten, deren Früchte gut schmecken und vielseitig verwertbar sind.
4. Auswahl möglichst robuster Bäume, die mit unserem Klima klarkommen.
5. Naturnaher Baumschnitt (Winter-/ Sommerschnitt) mit professionellem Werkzeug
6. Sorte des Monats im Mitteilungsblatt kurz beschreiben
7. Ausgewählte Beschilderung spezieller Obstbäume in enger Zusammenarbeit mit dem OGV Harburg
8. Förderung des Bewusstseins der Aspekte im Bereich Ernährung, Nachhaltigkeit, Artenvielfalt, Kulturlandschaft
9. Verwertungskonzepte: gelbes Band, Versteigerungen, Schulaktionen…
10. Sortenbeschreibungen auf der Internetseite des OGV
Möchten Sie mitmachen?
Wir suchen Helfer z.B. im Bereich:
Wildschutzanbringung
Baumscheibenpflege
Bewässerung von Jungbäumen
Schnittgutentsorgung
Jeder noch so kleine Handgriff zählt und ist versichert!
Der Obst- und Gartenbauverein steht für eine lebenswerte Zukunft im ländlichen Raum!
Haben auch Sie Interesse?
Werden Sie Mitglied beim OGV!
2. Beschreibung der Obstbaumsorten

Alexander Lucas
Ca. 1985 gab es in Heroldingen eine Initiative, bei der sich ein späterer Harburger Stadtrat besonders darum bemühte, Obstbäume im alternden kommunalen Bestand nachzupflanzen. Eine Schar Dorfbewohner setzte verschiedene Apfel- und u.a. auffällig viele Pflaumen- und wenige Sauerkirschbäume. Weiter wurden einige Birnbäume gepflanzt, darunter meistens die allgemein empfohlene Sorte Alexander Lucas. Mit den Jahren stellte sich heraus, dass die Fruchtqualität zu wünschen übrigließ. Es bildeten sich…

Berner Rosenapfel
Heroldingen hat einen hohen Streuobstwiesenbestand. In Spielplatznähe befinden sich einige der viel zu wenigen Bäume des Berner Rosenapfels. 1865 ist dieser Schatz erstmals als Sämling in Oppligen (Schweiz) aufgegangen und durch ständige Vermehrung ab 1888 auch in Deutschland verbreitet. Aus alten Apfelsorten sind wichtige sekundäre Pflanzenstoffe nicht herausgezüchtet. Es geht um Polyphenole. Die Braunfärbung des Fruchtfleisches, die sie verursachen, war der Lebensmittelindustrie ein Dorn im…

Brettacher
Hierzulande ist es verboten, durch eine Wachsschicht Äpfel künstlich länger haltbar zu machen. Importiert und vertrieben werden solche jedoch unter bestimmten Bedingungen. Absolut legal sind CA-Lager wie z.B. am Bodensee, in denen die Atmosphäre kontrolliert und der Reifeprozess verzögert wird. Eingeschlichen haben sich dagegen Äpfel nach einem Lagerverfahren, das 1-Methylcyclopropen (MCP) enthält und in den Augen von Professor Reinhold Carle (Universität Hohenheim) an Verbrauchertäuschung…

Clapps Liebling
Clapps Liebling Agroforstwirtschaft – also eine Kombination aus Bäumen und Landwirtschaft – hatte in Deutschland zumindest bis 2023 noch ein eher stiefmütterliches Dasein, während sie z.B. in Frankreich aus guten Gründen schon längst staatlich gefördert wird. Doch nicht nur in der Schweiz gibt es zunehmend Obst- und Nussbaumreihen zwischen Ackerkulturen: Am Riesrand sind einige alte Zeilen Obstbäume und Hecken erhalten, entlang derer sich Äcker oder Wiesen ausbreiten, wie das zwischen dem…

Cox Orange
Es gibt sicherlich genügend Menschen, die von alten Apfelsorten herzlich wenig halten. Dies kann geschmackliche oder andere Gründe haben. Bei der Cox‘ Orangerenette werden jedoch selbst unter dieser Gruppe die meisten gezwungen sein, von einem erlesenen Tafelapfel sprechen zu müssen, ist er doch unmittelbarer Vorfahre bekannter Züchtungen wie z.B. Gala, Elstar, Pinova oder Rubinette. Doch der Reihe nach: Der Apfel Ribston Pepping gehört zu den Goldrenetten. Vermutlich aus dem Kern einer…

Erbachhofer Weinapfel
Seit 2021 laufen verstärkt Bemühungen, die Sorten des kommunalen Obstbaumbestands in der Kernstadt Harburgs zu bestimmen. Einige Bäume stehen direkt an der dortigen Grund- und Mittelschule. Mitunter richten die Lehrkräfte ihr Augenmerk darauf, den Schulkindern möglichst Praxiswissen zu vermitteln. So ernteten sie drei Apfelbäume gleicher Sorte ab, um zu beobachten, wie die Früchte in einer Obstpresse zu Apfelsaft werden. Die Harburger Obstbaumfreunde möchten endlich wissen, welche Schätze…

Florina
Nicht nur der Harburger Obst- und Gartenbauverein schätzt den Apfelbaum Florina, wie er in so manchem Garten für Freude, aber auch manches Kopfkratzen sorgt. Seit 1977 wird die sortengeschützte Florina gehandelt und hatte ursprünglich die Zuchtbezeichnung „Querina“. Entstanden ist sie aus einer Mehrfachkreuzung von fünf Apfelsorten, darunter Golden Delicious, der in so vielen modernen Sorten eingekreuzt ist. Jonathan ist für die Rotfärbung verantwortlich. Die Leute essen die Äpfel direkt oder…

Galloway Pepping
Auch in unserer Gegend weiden Galloway-Rinder, die helfen, unsere Natur- und Kulturflächen zu erhalten. Das Fleisch wird meist direkt und regional vermarktet. Wer Regionales einkauft und verzehrt, jedoch als Vegetarier oder Veganer darauf verzichten will, kann trotzdem „echte Galloways“ essen. Sie stammen ursprünglich ebenso wie die robusten Rinder aus der Gegend in Schottland, wonach sie benannt sind. Zu einer vollwertigen Ernährung trägt der Galloway Pepping, der Mitte des 19. Jahrhunderts…

Geflammter Kardinal
Als der Verfasser einmal einen Bestimmungskurs des renommierten bayerischen Pomologen Friedrich Renner besuchte, kam immer wieder die Sorte „Geflammter Kardinal“ zur Sprache. Lageräpfel davon wurden zur Veranschaulichung von Hand zu Hand gereicht. Wolfgang Subal, ein weiterer Pomologe, der während des Oettinger Apfelmarkts bereits zahlreiche Menschen mit der Bestimmung ihrer Apfel- oder Birnensorte beglücken konnte, fand in der Nähe von Huisheim einen Altbaum des Geflammten Kardinals und…

Gellerts Butterbirne
Da war ein Heroldinger, der ursprünglich keinen Birnengeschmack schätzte. Fruchtstücke davon im Obstkuchen sah er im Kindesalter als „notwendiges“ Übel an. Als er jedoch zum ersten Mal in seinem Leben vom Altbaum des Schrattenhofener Großvaters frische Birnen erntete, änderte sich das. Setzte er doch sein Leben in schwindelnder Höhe ein, wenn er oben auf der wackeligen Leiterkonstruktion (Marke Eigenbau) stand, während der Vater rief: „Gang nur no a weng nauf, I heb di scho!“ Wie haben diese…
