Sonnenbrand und Hitzeschäden im Garten

Sonnenbrand und Hitzeschäden im Garten

Stauden leiden unter Trockenheit

Sehr hohe Temperaturen tagsüber und nachts kaum Abkühlung, das stresst nicht nur Menschen, sondern auch die Pflanzen. Kommen dann noch Wind und Wassermangel dazu, zeigen sich schnell Schäden, beobachten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Schäden durch hohe Sonneneinstrahlung, Hitze und Trockenheit sind vor allem an weichhäutigen Beeren sichtbar, treten aber auch bei Gemüsearten und Zierpflanzen auf.

Sonnenschäden im Garten

An weichhäutigen Beeren treten Schäden bevorzugt auf. Auch wenn die Beerenpflanzen eigentlich einen sonnigen Standort bevorzugen, bekommen ihnen in heißen und trockenen Sommern Plätze im lichten Schatten besser. In gefährdeten Regionen kann man dies bei Neupflanzungen berücksichtigen. Geschädigte Früchte werden durch die zerstörten Zellen oft einseitig hell und weich. Sie sehen wie gekocht aus und fallen schließlich ab. Besonders Stachelbeeren, aber auch Johannisbeeren und Himbeeren sind davon betroffen. Entfernen Sie geschädigte Früchte, denn sie locken Insekten wie Fruchtfliegen an, Schadpilze können eindringen und gesunde Früchte infizieren. Nicht nur weichfleischige Früchte zeigen Befall, auch Äpfel, Zwetschgen, Trauben und sogar Nüsse können Sonnenbrand-Symptome zeigen, wenn sie sehr sonnenexponiert wachsen.

Im Gemüsegarten reagieren vor allem Bohnen empfindlich, da ihnen außer der Hitze auch hohe Ozon-Werte zu schaffen machen. Blattränder rollen ein und vertrocknen schließlich. Auch mit der Ernte sieht es zeitweise schlecht aus: Blüten werden nicht bestäubt und werden sogar von der Pflanze abgestoßen. Wachstumsstörungen sowie Blütenendfäule bei Tomaten, Paprika und Zucchini treten in Verbindung mit unregelmäßiger Bewässerung verstärkt auf.

Auch im Ziergarten machen sich diese Wetterextreme bemerkbar: die Blütezeit einzelner Blumen ist oft nur sehr kurz. Dunkle Blüten färben sich zunächst dunkel und vertrocknen. Auch Blattschäden treten auf. Sollte ein Korrekturschnitt bei einer Hecke anstehen, so verschieben Sie dies besser in kühlere Phasen.

Ursachen für Pflanzenschäden in Sommer

Warum kommt es immer wieder zu Hitze- und Sonnenschäden, auch an Pflanzen, die eigentlich angepasst sein sollten? Bei sehr hohen Temperaturen von über 30 Grad Celsius und mehr sowie hoher Sonneneinstrahlung stirbt das Pflanzengewebe ab. An den Blättern und auch anderen Pflanzenteilen (z.B. dunkle Rinde an Bäumen) liegen die Temperaturwerte oft viel höher als das Thermometer anzeigt, so dass durchaus Werte von 50 Grad und mehr erreicht werden. Die Sonnenschäden treten vor allem auf, wenn auf feuchtes und kühleres Wetter ein massiver Umschwung folgt; wenn also nach mehreren Tagen bewölkter Witterung plötzlich ein strahlend blauer Himmel mit intensiver Strahlung und hohen Temperaturen folgen. Bodentrockenheit und vor allem Winde verstärken die Schäden zudem.

Schäden verringern

Vor allem empfindliche Pflanzen benötigen Schatten. Geeignet sind spezielle Schattiergewebe, aber auch weiße Tücher. Achten Sie darauf, dass die Materialien nicht direkt auf den Pflanzen liegen, da sich die Hitze staut; ein Luftzug muss gewährleistet sein. Mit (alten) Sonnenschirmen oder -segeln gelingt dies einfach. Pflanzen in Gefäßen bringen Sie in den (Halb)schatten von Haus, Baum, Pergola oder Sonnenschirm. Zur Vorbeugung von Stammschäden durch extremes Aufheizen der Rinde eignet sich der Weißanstrich oder das Schattieren mit z.B. Bambusmatten bei Obst- und Zierbäumen.

Zudem ist ein gutes Wassermanagement wichtig. Gießen Sie die Erde um Ihre Pflanzen möglichst am frühen Morgen vor allem, wenn Sie mit kaltem Leitungswasser gießen müssen, weil die Regentonnen leer sind. Gießen Sie durchdringend mit etwa 20 bis 25 Liter pro Quadratmeter bei den Gemüsekulturen, etwa alle drei Tage. Am besten geschieht dies in mehreren Gießgängen, um Abschwemmung zu vermeiden. Somit sind nicht nur die Bodenoberfläche und die ersten Zentimeter benetzt, sondern das Wasser dringt dann auch tiefer in den Boden zu den Wurzeln. Außerdem erspart man sich auch das tägliche Wässern. Der Boden selbst benötigt eine Abdeckung. Das Mulchen ist gerade in den Sommermonaten wichtig. Das Mulchmaterial (z.B. Rasenschnitt, Stroh, Blätter, Gartenfaser oder Schafwolle) beschattet den Boden, verringert die Verdunstung, verhindert die Verkrustung und hält den Boden länger feucht. Zudem wird das Bodenleben gefördert. Dieses verbessert die Bodenstruktur und macht Nährstoffe im Boden pflanzenverfügbar. Sollte es einen starken Gewitterregen geben, „federt“ die Mulchschicht die großen Tropfen ab und leitet sie sanft in die Erde. Sträucher und Jung-Bäume benötigen mehr Wasser, damit es zu den Wurzeln gelangt. Das Wässern erfolgt in der trockenen Zeit alle zwei Wochen mit Gaben von 50 bis 80 Litern. Auch hier hat sich eine Mulchschicht auf der bewuchsfreien Baumscheibe bewährt. Wer Wasser sparen muss, wird sich ein Ranking überlegen.

Stachelbeerfrüchte mit hellbraunen Flecken

 

Sonnenbrand an Himbeere

 

Sonnenbrand an Apfel

 

Sonnenschaden an Rose

 

Gemulchte Fläche gießen

 
Sonnenschirm bei Hitze
Der Garten im Klimawandel

Der Garten im Klimawandel

Sommer im Garten

Der Klimawandel birgt Chancen und Risiken für den Gärtner. In den Sommermonaten, aber nicht nur, steht das Thema „Wasser“ im Mittelpunkt. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie Sie auch im Sommer Freude am Garten haben.

 

Trockenheit und Starkregen

Anhaltende Trockenheit und öfter auftretende Starkregenereignisse prägen die Sommermonate. Durch den Klimawandel tritt dies häufiger auf. Für den Garten bedeutet das vor allem Bodenpflege. Eine optimale Bodenpflege sorgt für eine gute Bodenstruktur. Zusammen mit mehr Humus, z.B. durch regelmäßige Kompostgaben, erhöht sich damit zugleich die Wasserspeicherung. Eine tiefgründige Bodenverbesserung ohne Verdichtungen speichert ebenfalls mehr Wasser. Durch Mulchen und Einbringen organischer Substanz wird das Bodenleben gefördert, was wiederum die Bodenstruktur verbessert. Bei sandigen und/oder humosen Böden empfiehlt sich eine Gründüngung, wenn die Gemüsebeete nicht anderweitig bepflanzt werden. Mulchen hemmt zudem die Wasserverdunstung, isoliert und vermindert das Aufheizen des Bodens. Die Bodenoberfläche bleibt offenporig und verkrustet nicht, sodass (vor allem starke) Regenfälle oder auch das Gießwasser besser und ohne Erosion versickern können. Regenwürmer fühlen sich unter dem gemulchten Boden wohl und bilden Röhren, in den das Niederschlagswasser schneller abfließen kann. Wo der Boden nicht durch Mulch bedeckt ist, wird leicht aufgehackt. Ein flachgründiges Hacken unterbricht die Kapillare (feine Bodenröhrchen), die das Wasser an die Oberfläche führen.

Sinnvoll Gießen

Da ein ausgetrockneter Boden schlecht Wasser aufnimmt, gießen Sie, wenn der Boden noch leicht feucht im Untergrund ist. Gießen Sie weniger oft, aber dafür durchdringend, damit das Wasser auch an die Wurzeln kommt. Beim Gemüse wässert man etwa 20 bis 25 Liter je Quadratmeter alle drei Tage. Neupflanzungen von Stauden und Gehölzen benötigen ebenfalls zwei bis dreimal in der Woche Wasser zum Einwachsen. Verwenden Sie grundsätzlich einen weichen Wasserstrahl, damit der Boden nicht verschlämmt, weggewaschen wird oder schließlich verkrustet.

Gießen Sie am Morgen, wenn der Boden noch kühl ist, dann wird das Wasser besser aufgenommen. Gießen Sie nicht auf die Blätter, da sonst eine Menge Wasser verdunstet und sich Pflanzenkrankheiten stärker entwickeln können. Gießen Sie direkt an die Wurzeln! Pflanzmulden bzw. Pflanzringe sind besonders bei Neupflanzungen von Gehölzen und Stauden sinnvoll, aber auch bei (Frucht-)Gemüse. Hier kann das Wasser, auch größere Mengen, langsam und tiefer in den Boden eindringen, ohne die Erde wegzuschwemmen. Zudem bilden sich mehr und längere Wurzeln, die dann auch Wasser aus den tieferen Schichten aufnehmen können.

Planvolle Gartengestaltung

Hohe Sonneneinstrahlung und Hitze machen nicht nur den Pflanzen zu schaffen. Auch wir leiden unter den sommerlichen Temperaturen. Wie schön ist es dann, wenn Bäume Schatten spenden. In vielen Gärten fehlt ein Schattenbaum. Wer keinen ausreichenden Platz für große Bäume hat, kann auf kleinkronige Vertreter zurückgreifen. Kleinkronige Bäume, die auch in kleineren Gärten wachsen können, spenden mit den Jahren Schatten. Zudem verdunsten die Blätter Wasser und kühlen dadurch die Umgebung. Nutzen Sie den Schatten, um sich zu erholen. Versuchen Sie möglichst viele unterschiedliche Pflanzen im Garten zu integrieren.

Vermeiden Sie Steinwüsten und versiegelte Flächen im Garten. Steine und Beton heizen sich bei Sonne stark auf und halten die Wärme sehr lang. Eine nächtliche Abkühlung wird reduziert bzw. fehlt. Darunter leiden auch die Pflanzen.

Auch wenn sich viele Pflanzen für einen sonnigen Standort eignen, so profitieren Sie zunehmend von einem „wandernden Schatten“ durch Gehölze. Verwenden Sie zudem hitze- und trockenheitsverträgliche Pflanzen. Sie besitzen einen geringen Wasserbedarf und tragen somit erheblich zum Wassersparen bei. In Staudenpflanzungen lassen sich rhizom- und knollenbildende Pflanzen sowie Arten mit silbrig-grauem oder kleinblättrigem bzw. gefiedertem Laub, befilzter Blattoberfläche oder dicker Epidermis gut integrieren. Rasenflächen, die im Sommer grün bleiben sollen, brauchen viel Wasser. Daher sollten Intensivrasenflächen die Ausnahme bleiben, die dann aber auch konsequent Wasser benötigen. Ansonsten gibt man Extensivrasen den Vorzug, die dann im Sommer auch braun werden dürfen – noch besser ist es, nicht zu begehende Flächen mit geeigneten Bodendeckern anzupflanzen.

Der Garten im Klimawandel

Sommerliche Tomatenpflege

Sommerliche Tomatenpflege

Unterschiedliche Tomaten in Schale

Kaum ein Gemüse ist so beliebt wie die Tomate, nicht nur wegen ihrer Farbenvielfalt, sondern auch wegen ihrer unterschiedlichen Nutzung der Früchte. Deshalb werden Tomaten auch gerne selbst angebaut, ob im Beet, im Topf oder Balkonkasten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für die Pflege im Sommer.

Schon bald reifen die ersten Früchte. Nun heißt es die Pflanzen gut vorzubereiten und zu pflegen.

Wasser, Wärme und Nährstoffe

Generell benötigen Tomatenpflanzen viele warme und sonnige Tage, sonst bilden sich erst relativ spät Blüten und schließlich Früchte. In Gegenden mit eher kühlen und regnerischen Sommern bietet ein Kleingewächshaus gute Bedingungen für eine lange Ernte. Doch auch in Kübeln an der Hauswand wachsen die Pflanzen gut. Allerdings kann dort den Tomaten große, stauende Hitze auch zusetzen. Besonders schwarze Töpfe erwärmen sich sehr stark, was zum Absterben von Wurzeln im Topfrandbereich führen kann. Stellen Sie deshalb andere Töpfe davor oder schattieren Sie mit entsprechenden Materialien.

Achten Sie darauf, dass die Erde der Tomatenpflanze immer gleichmäßig feucht ist. Eine ungleichmäßige Wasserversorgung beispielsweise durch intensives Wässern oder starke Niederschläge nach Trockenperioden führt häufig zum Platzen der Früchte. Gießen Sie also regelmäßig, denn Tomaten haben an warmen Tagen einen hohen Wasserbedarf. Zudem ist eine gleichmäßige Wasserversorgung wichtig, damit die Nährstoffe auch stetig aufgenommen werden können. Dies beugt außerdem der Blütenendfäule mit trockenbraunen Stellen an den Früchten vor, was bei manchen Sorten, häufiger auch bei Topfkultur auftritt. Ein Mulchen/Abdecken des Bodens, z.B. mit Rasenschnitt, Schafwollvlies oder Stroh, verringert die Verdunstung, hält die Erde länger feucht und fördert das Bodenleben.

Tomatenpflanzen sind Hochleistungspflanzen. Dazu brauchen Sie eine gleichmäßige Nährstoffversorgung. Färben sich die Blätter hellgrün, dann sollten Sie am besten mit einem handelsüblichen Flüssigdünger mehrfach nachdüngen. In den meisten Fällen sind die Tomatenpflanzen in den Gartenbeeten ausreichend mit Nährstoffen versorgt, wenn Sie regelmäßig Kompost und Hornmehl einsetzen. Im Frühjahr werden drei Liter Kompost auf den Quadratmeter als Grunddüngung verteilt. Das Hornmehl oder Horngrieß von etwa 150 Gramm auf den Quadratmeter wird auf zwei Gaben aufgeteilt und leicht eingearbeitet: die Hälfte direkt zur Pflanzung und vier Wochen später die restliche Menge. Da die Tomatenpflanzen viele Wochen wachsen, hat es sich auch bewährt etwas Schafwolle bzw. Schafwollpellets ins Pflanzloch zu geben. Zum einen hält die Wolle das Wasser besser und es werden Nährstoffe bis zum Herbst freigesetzt. In diesem Fall kann die weitere Hornmehldüngung unterbleiben.

Gesunde Tomaten

Die meisten Tomaten sind Stabtomaten und bilden an der Haupttriebachse ihre Früchte. In den Blattachseln entwickeln sich jedoch immer wieder Seitentriebe, die dann später ebenfalls Blüten und Früchte tragen. Jedoch gilt es diese Seitentriebe zu entfernen, um den Haupttrieb zu stärken. Außerdem würde es ein wirres Durcheinander geben, wenn alles wachsen dürfte, wie es wollte. Lediglich bei kleinfruchtigen Sorten ist es möglich immer mal wieder einen Seitentrieb stehen zu lassen. Man kürzt ihn dann nach der Blüte und dem nächsten Blatt ein. Großfruchtige Sorten leitet man eintriebig am Stab oder einer Schnur hoch. Nur so reifen auch die Früchte aus.

Es gibt aber auch spezielle Buschtomaten. Diese als „determinierend“ bezeichneten Typen hören von selbst mit dem Höhenwachstum auf. Sie wachsen gedrungen, bilden viele Seitenverzweigungen wo sie Früchte tragen. Dazu zählen auch die sehr kompakten Balkontomaten für Gefäße. Hier brechen Sie keinerlei Seitentriebe aus. Entfernen Sie nur bei Bedarf einzelne Triebe, wenn der Wuchs zu dicht wird.

Nichts ist so gefürchtet wie die Kraut- und Braunfäule. Doch je dichter die Tomatenpflanze wächst, umso problematischer kann der Befall werden. Dieser gefürchtete Pilz beendet die Tomatenernte schon vorzeitig bzw. lässt die Pflanzen zuvor absterben, besonders in niederschlagsreichen Jahren. Vorbeugend hilft es ein Dach über die Tomaten zu bauen, damit die Blätter trocken bleiben. Zudem ist es sinnvoll die Tomatenblätter von unten bis zur Fruchttraube zu entfernen, damit kein Spritzwasser vom Gießen an das Laub gelangt. Trockene Laubblätter, ein größerer Pflanzabstand, regelmäßiges Ausgeizen und somit eine gute Durchlüftung der Pflanze sind die besten Vorbeugemaßnahmen gegen die Kraut- und Braunfäule. Meiden Sie zudem die Nähe zu Kartoffeln. Widerstandsfähige Sorten zeigen weniger Schäden bzw. bleiben auch in feuchten Jahren ohne Überdachung weitgehend gesund: z.B. ‘Rose Crush F1‘, ‘Cocktail Crush F1‘, ‘Philovita F1‘, ‘Rondobella‘, ‘Primabella‘ und ‘Resibella‘ sowie die gelbe Sorte ‘Duttingold‘. Wer selbst Tomaten aussät, kann es im nächsten Jahr mit diesen Sorten versuchen. Samen gibt es im Samenfachhandel und im Internet.

Stabtomaten unter einem Dach

 

Stabtomaten an der Schnur hoch geleitet.

 

Buschtomate mit vielen gelben Blüten

 
Erntereife Tomaten an der Pflanze
Erdbeeren – nun auch im eigenen Garten

Erdbeeren – nun auch im eigenen Garten

Monatserdbeere

Deutsche Erdbeeren gibt es schon seit ein paar Wochen aus dem geschützten Anbau bzw. verfrühten Anlagen. Doch jetzt reifen auch die eigenen, freuen sich die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Die Pflanzen mit ihren begehrten roten Früchten stehen in im Beet oder auch in Gefäßen.

Mit verschiedenen Sorten lässt sich die Erdbeer-Ernte über einen größeren Zeitraum verlängern. Wer mehr Platz für Erdbeerpflanzen hat, kann so stets frisches Saison-Obst ernten.

Erdbeere – beliebtes Beerenobst

Einer Umfrage nach sind Erdbeeren das beliebteste einheimische Obst und haben den Apfel verdrängt. Zudem sind die Früchte kalorienarm, jedoch reich an Vitaminen. Die typische Erdbeersaison, besonders bei eigenen Früchten, liegt im Juni. Täglich können frische, rote Erdbeeren gepflückt und genascht oder verarbeitet werden. So landen sie, wenn nicht gleich pur verzehrt, im Müsli, im aromatisierten Wasser oder in der sommerlichen Erdbeerbowle. Sie werden als Kuchenbelag, Smoothie, Erdbeermilch oder für Fruchtaufstriche genutzt.

In Hofläden und bei Direktvermarktern wird der Beerenhunger gestillt, wenn selbst nicht genügend Früchte geerntet werden. Wer größere Mengen, z.B. für Fruchtaufstriche benötigt, kann sich bei der „Selbstpflücke“ Früchte frisch vom Acker pflücken.

Denken Sie auch jetzt schon an die Pflanzung für die nächste Saison! Erdbeeren werden meist zwei Jahre beerntet, denn bei längerer Standzeit entwickeln sich Krankheiten. Bis Mitte August müssen die Grünpflanzen gesetzt sein, damit sie bis zum Winter kräftig zuwachsen und somit viele Blüten für das kommende Jahr anlegen. Wer eigene Ableger zur Vermehrung nutzt, sollte bevorzugt das erste Kindel von wüchsigen, gut tragenden Mutterpflanzen entnehmen. Oft wurzeln diese schon im Beet, wo sie abgestochen werden und zunächst in einem Gefäß, z.B. Balkonkasten, zügig weiterwachsen. Das Entfernen überzähliger Ausläufer entlastet die noch fruchtenden Mutterpflanzen.

Erdbeeren – vielfältige Sorten und Typen

Am bekanntesten sind sicherlich einmaltragende Sorten mit ihrer großen Vielfalt. Da die Pflanzen aber normalerweise nur ein bis drei Jahre im Beet bleiben, bietet sich dadurch aber die Möglichkeit öfter neue Sorten auszuprobieren. Frühe reifen in milden Gegenden ab Ende Mai, dann kommt die Hauptsaison den ganzen Juni und bei ganz späten Erdbeer-Sorten (z.B. ‘Malwina‘ und ‘Symphony‘) gibt es im Juli noch rote süße Früchte.

‘Ostara‘ oder ‘Mara de Bois‘ sind mehrmals tragende Sorten. Sie haben die Eigenheit, dass sie auch im Sommer und Herbst Blüten und Früchte anlegen, sodass neben der Ernte im Juni auch noch später im Jahr weitere Erdbeerfrüchte zu erwarten sind. Bricht man den ersten Blütenbesatz im Frühjahr aus, fördert dies die Bildung des zweiten Flors. Dadurch verbessert sich die Erntemenge, vor allem aber die Fruchtqualität und Größe der daraus später tragenden Beeren.

Besonders beliebt sind die kleinen hocharomatischen Monatserdbeeren, die an kleine Walderdbeeren (Fragaria vesca) erinnern. Sie tragen von Juni bis Oktober stets Blüten und Früchtchen. Am bekanntesten sind die Sorten ‘Rügen‘ und ‘Alexandria‘, sowie ‘Hummis Waldfee‘, ‘Waldkönigin‘. Im Gegensatz zu anderen Erdbeeren bilden sie keine Ausläufer, sondern wachsen in kompakten Horsten und vermehren sich über Samen. Daher eignen sie sich zur Beetabgrenzung und als Wegeinfassung, aber auch für große Töpfe, Schalen und Balkonkästen. So haben Sie immer leckeres Naschobst z.B. für das Müsli parat. Übrigens können sie mehrere Jahre am gleichen Standort stehen bleiben.

Ebenfalls mehrere Jahre am gleichen Platz wächst die „Erdbeerwiese“. Diese stark ausläuferbildenden Sorten, z.B. ‘Florika‘ und ‘Spadeka‘, eignen sich als fruchttragende und geschmackvolle Bodendecker. Sie gedeihen auch im leichten Schatten und eignen sich auch als Unterpflanzung für Johannis- oder Stachelbeerstämmchen sowie Spindelobst.

Viele große rote Erdbeeren

 

Erdbeeren in einer Glasschüssel

 

Monatserdbeeren im Tonkasten

 

Monatserdbeerpflanzen im Beet

 
Hängeerdbeere im Topf
Der Tag des Gartens

Der Tag des Gartens

Margeritenwiese

Was für ein schöner Feiertag: der Tag des Gartens! Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) hat bereits seit 1984 den zweiten Sonntag im Juni zum „Tag des Gartens“ ausgesprochen. „Der Garten ist ein Paradies“, schwärmen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Der Juni zählt zu den schönsten Gartenmonaten. Alles wächst und gedeiht üppig, die Beeren reifen und vielfältiges Leben bereichert die grüne Oase. Es kann sich glücklich schätzen, wer einen Garten hat, oder wenigstens einen Minigarten auf dem Balkon.

Der Garten für Obst und Gemüse

Früher dienten die Gärten vor allem zur Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln. Sie lieferten verschiedene Gemüse- und Obstarten, um das ganze Jahr über versorgt zu sein. Heute rückt zunehmend die Freude am Grün in den Vordergrund. Oft sieht man deshalb Tomaten, Kürbis und andere Fruchtgemüse sowie Salate und Kräuter. Aber auch seltene Gemüse und Liebhabersorten finden immer mehr Einzug. Der Garten wird zu einem Ort des Ausprobierens. Beerenobst passt auch in kleine Gärten. Mengenmäßig reicht es zwar oft nicht zum Konservieren, aber zum Naschen langt es allemal.

Der Garten zum Entdecken und Beobachten

Ein Garten ist voller Leben. Wer sich auf Spurensuche begibt, wird schnell fündig. Auf Lippen- und Korbblütlern sowie Doldenblütlern, die Pollen und Nektar bieten, versammeln sich die meisten Insekten. Man entdeckt eine Vielzahl unterschiedlichster Blütenbesucher. Ein weiterer beliebter Ort zum Beobachten ist ein Teich. Bereits der kleinste Tümpel ist voller Leben, besonders wenn verschiedene Zonen zur Verfügung stehen. Schnell erscheinen Libellen, die ihre Eier im Wasser ablegen. Auch ein Totholzhaufen und eine Natursteinmauer sind wertvolle Lebensräume. Der im Trend liegende Naturgarten wird somit zum Entdeckergarten schlechthin. Nicht nur Kinder können sich begeistern, sondern auch immer mehr Erwachsene nutzen das Beobachten und Staunen zum Entschleunigen.

Der Garten im Wandel

Ein Garten begleitet uns durch die Jahreszeiten. Nichts bleibt gleich: im Februar erscheinen erste Frühlingsblüher bis schließlich im Spätherbst und Winter Spinnweben und Raureif stehen gebliebene Blütenstände von Stauden und Gräsern mit Spinnweben und Raureif überzogen werden.

Auch im Laufe der eigenen Lebensphasen wandelt sich ein Garten. Familien mit Kindern brauchen Spielrasen, Sandkasten und viel Platz zum Toben und Spielen. Diese Bereiche laden später ein, um dann andere Gartenideen zu verwirklichen.

In die Jahre gekommene Gärten haben ihren Charme, jedoch sind gelegentlich Veränderungen nötig. In der (Neu-)Gestaltung kann sich die eigene Persönlichkeit ausdrücken, was sich in den Vorlieben für Pflanzen, Baulichkeiten oder Dekorationen zeigt.

Der Garten zur Erholung und Entschleunigung

Jeder gut durchdachte Garten dient zugleich unserer Erholung. So wirkt sich die Farbe Grün beruhigend aus. Blüten und Blattfarben lockern auf und zaubern bunte Fröhlichkeit ins ruhige Grün. Je nach Größe des Gartens ist es sinnvoll sogar mehrere Sitzplätze und Aufenthaltsmöglichkeiten zu haben. Somit hat man auf den Gartenraum einen Blick von verschiedenen Stellen aus. Auch kann man so gezielt der Sommersonne weichen oder die ersten und letzten Sonnenstrahlen des Jahres genießen, sei es mit einer Tasse Kaffee oder einem Buch. Mit geliebten Duftpflanzen rund um die Sitzbereiche wird der Garten zur Wohlfühloase. Der Garten wird Rückzugsort, er ist Treffpunkt von Menschen und Natur. Duftende Blüten und Kräuter regen unsere Sinne an, plätscherndes Wasser beruhigt.

Ein grüner Garten ist ein Therapieort. Einfache körperliche Tätigkeiten wie Unkrautjäten, Staudenrückschnitt und Pflege, das Gießen und Ernten der Gemüsepflanzen, all das lässt den Kopf frei werden und dient dem Stressabbau.

Nicht jeder hat die Möglichkeit eines Gartens. Aber auch Balkone und Höfe können mit einfachen Mitteln zu einem persönlichen Stück Grün werden. Auch hier sind Kombinationen von Zierpflanzen mit Gemüse möglich. Verschiedene Urban Gardening-Projekte geben Anregungen für das Umsetzen zuhause.

Verschiedene Blütenstauden im Beet

 

Ziergarten mit Kletterrose

 

Naturgarten mit Insektennisthilfe

 
Blaue Libelle am Teich