Alternativen zu Buchs

23. Feb 2021

Dem Buchsbaum haben in den letzten Jahren Pilzerkrankungen wie Krebs und Cylindrocladium, vor allem aber der Buchsbaum-Zünsler so stark zugesetzt, dass viele Sträucher abgestorben sind. Da nicht jeder Gartenbesitzer jährlich mehrmals Pflanzenschutzmittel spritzen möchte, kommen alternative Gehölze in Frage. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie stellen einige Arten vor.

Alternativen zu Buchs

Anforderungen an die Gehölzalternativen

Wie der Buchs sollen die Ersatzpflanzen immergrün, schnittverträglich, winterhart, für Einzelpflanzung, Einfassungen, Hecke und als Formgehölze geeignet sein. Außerdem sollen sie eine Bandbreite von verschiedenen Wuchshöhen bieten. Dies lässt sich durch die Wahl entsprechender Gehölzarten sowie spezieller Sorten bewerkstelligen.

Optisch ähnliche Arten für Einfassungen, niedrige Hecken und Formschnitt

Von Ilex crenata, dem japanischen Hülsenstrauch, sind schwächer wachsende Sorten wie ‘Robustico‘, ‘Dark Green‘, ‘Glory Gem‘ oder ‘Glory Dwarf‘ mit jeweils grünem Laub im Handel. Die Stechpalme Ilex wartet mit „Zwergsorten“ wie ‘Heckenzwerg‘, ‘Heckenstar‘ und ‘Little Rascal‘ auf. Von Berberitze kommt die leicht bedornte Berberis buxifolia ‘Nana‘ in Frage. Die Kriechspindel Euonymus fortunei bzw. Euonymus japonicus bietet neben grünen Sorten wie ‘Green Spire‘ auch weiß- und gelbbunte Varietäten.
Neben dem wintergrünen, schnittverträglichen Liguster ‘Lodense‘ gilt auch die Zwerg-Heckenkirsche Lonicera pileata bzw. nitida ‘Maigrün‘ als Buchsersatz. Beide eignen sich für Einfassungen und kleine Hecken sowie als Kugelformen

Höhere Ansprüche stellen sowohl die niedrig wachsende, schnittverträgliche Heidelbeerart ‘Berry-Bux‘ als auch der spezielle Rhododendron ‘Bloombux‘. Sie vertragen weder volle Sonne noch lufttrockene Gebiete. Da sie zudem saure und feuchte Böden bzw. Substrate benötigen, sind sie vor allem als Kübelpflanzen prädestiniert.

Der Kirschlorbeer ist im weitesten Sinn vor allem als mittel bis stark wachsende Heckenpflanze eine Alternative. Allerdings bringt man Sorten mit größeren Blättern optisch nicht als Buchsersatz in Verbindung. Dies trifft eher für Sorten mit schmalerem Laub wie ‘Otto Luyken‘, ‘Piri‘ und der niedrig bleibenden ‘Mount Vernon‘ zu.

Besondere Einfassungspflanzen

Lavendel, Thymian und das graulaubige Heiligenkraut Santolina kommen neben solitärem Stand auch als Einfassung von Beeten in Betracht. Diese zugleich insektenfreundlichen Pflanzen wünschen trockene, vollsonnige Standorte. Sie sind schnittverträglich, jedoch nicht absolut winterfrosthart. Der deutlich frostsensiblere Rosmarin kann nur in Weinbaugegenden empfohlen werden.

Nadelgehölze als Hecken- und Formgehölze

Verschiedene Sorten von Taxus staffeln die Wuchsstärke der Eibe, die sich als gut schnittverträgliches Gehölz für Hecken und Figurenformen eignet, von Sonne bis leichten Schatten. Zwergformen von Thuja wie ‘Mecki’ und ‘Tiny Tim‘ bilden niedrige Hecken bzw. Einfassungen, jedoch bereiten ihnen trockene Standorte Probleme. Hier kann die kugelförmige Zwergkiefer Pinus ‘Minimops‘ stehen.

Fazit

Für Buchs liegen Alternativen mit breiten Einsatzmöglichkeiten vor. Jedoch gilt es, gewisse Einschränkungen zu beachten oder weitere Erfahrungen mit etwaigen Nachteilen wie Frosthärte in kälteren Regionen Bayerns zu machen. Dort, wo der Buchs noch schadlos steht, sollte er bleiben, denn die beste Alternative zum Buchs ist der Buchs selbst, eventuell in einer anderen Sorte. Vielleicht kristallisieren sich auch in den kommenden Jahren robustere Nachkommen aus Sämlingspopulationen heraus.

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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