Während Tomate, Zucchini und andere Fruchtgemüse schon wenige Wochen auf den Beeten stehen, wird es nun auch für Edamame und Süßkartoffeln Zeit. Sie brauchen warme Böden, um richtig mit dem Wachstum zu beginnen, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.
Exotisch anmutendes Speisesoja (Edamame) und Süßkartoffeln ziehen in die Gärten ein und bringen gute Erträge, denn die Sommer sind wärmer und länger als noch vor einigen Jahren.
Edamame
Soja spielt in der fleischlosen Ernährung eine große Rolle, denn es ist ein wichtiger Eiweißlieferant. Warum nicht auch im eigenen Garten anbauen? Wer Edamame (Gemüse-/Speisesoja) ausprobieren möchte, kann sich schnell noch Saatgut (im Fachhandel oder bei Saatgutversendern) kaufen, zum Beispiel die Sorte ‘Green Shell. Eine mehrmalige Aussaat bis Anfang Juli beschert Ernten über einen längeren Zeitraum. Edamame gehören wie Busch- oder Stangenbohnen sowie Erbsen zu den Hülsenfrüchten (Leguminosen). Achten Sie deshalb auf die Fruchtfolge.
Für eine bessere Wurzelbildung wird das Saatgut teilweise mit speziellen Bakterien beimpft. Knöllchenbakterien sind vorhanden, wenn im Garten schon mehrfach andere Leguminosen gewachsen sind. Ausgesät wird in Abständen wie bei Buschbohnen, also drei Reihen je 1,20 m Beetbreite, in der Reihe 8 cm Kornabstand und einer Saattiefe von etwa 2 cm. Eine Voranzucht in Töpfen ist ebenfalls möglich, wenn die Temperaturen noch recht kühl sind. Edamame benötigen warme Böden sowie ausreichend Feuchtigkeit, dann keimen und wachsen sie gut. Achten Sie während der Blüte und des Kornwachstums auf ausreichend Bodenfeuchtigkeit. Das Mulchen, z.B. mit Grasschnitt, schützt den Boden vor Austrocknung und fördert zugleich das Bodenleben.
Gemüsesoja wird geerntet, solange die Körner noch weich sind. Deshalb gelingt der Anbau fast überall in Bayern, außer in höheren Lagen. Edamame ernten Sie, wenn die Körner ausgewachsen, aber noch weich und die Hülsen noch grün sind. Dies ist je nach Aussaattermin ab August/ September. Wie andere Bohnen auch, dürfen sie nicht roh verzehrt werden. Die abgezupften Hülsen köcheln Sie, etwa acht Minuten in Salzwasser. Mit grobem Salz, Sesam sowie etwas Sojasoße serviert palt man die Hülsen am Tisch aus und genießt. Oder man verwendet die ausgepalten Körner für Salate. Einfrieren lassen sich die gekochten Körner ebenfalls und gibt sie im Winter in Eintöpfe.
Süßkartoffeln oder Batate
Immer häufiger bauen Gemüseliebhaber ein weiteres Trendgemüse an: die Süßkartoffel. Sie wächst im Garten, im Hochbeet oder sogar in einem breiten Balkonkasten. Süßkartoffeln sind nur als Jungpflanzen erhältlich, da sie wenig Blüten und damit kaum Samen bilden. Süßkartoffeln wachsen mit hellgrünen oder roten Ranken stark in die Breite, ähnlich wie Einlegegurken. Man pflanzt daher nur eine Reihe (Pflanzabstand 35 cm) in ein 1,20 m breites Beet. In einem Blumenkasten auf dem Balkon oder an der Mauer hängen die Ranken lang nach unten.
Die Süßkartoffel benötigt viel Wärme und unbedingt einem sonnigen Platz. Für eine gute Knollenbildung ist ein lockerer und tiefgründiger Boden wichtig. Gepflanzt wird ab Ende Mai oder im Juni, da dann beständig warme Temperaturen zum Wachsen der Ranken gegeben sind. Die Knollen bilden sich im Spätsommer. Noch vor dem Frost, kann ab Oktober geerntet werden. Wo der Boden nicht locker genug ist, baut man sie in Dämmen an.
Die Ernte erfolgt meistens in einem Arbeitsgang, eine frische Ernte – vom Beet in den Kochtopf – wie bei der Kartoffel ist nicht möglich. Frisch geerntete Süßkartoffeln sind nämlich zunächst geschmacklos. Den richtigen Erntezeitpunkt bestimmt der erste leichte Raureif. Dann wachsen auch die Knollen nicht mehr weiter. Bis zum „süßen“ Genuss dauert es nun aber noch ein bisschen. Es folgt das „Curing“, eine zweiwöchige Wärmephase bei gut 24 Grad nach der Ernte: Dies macht die Knollen lagerfähig und wandelt Stärke in Zucker um, was dann den süßlichen Geschmack ausmacht. Dabei härtet die Schale aus, die Knollen werden haltbar. Danach hebt man die Süßkartoffeln bei 12 bis 16 Grad auf – moderne Kellerräume, für Kartoffeln viel zu warm, sind für Süßkartoffeln nahezu ideal. Ist es zu kalt, faulen die Knollen leicht.




